Einige der zu vermittelnden Hunde sind aus unterschiedlichen Gründen zunächst in Pflegestellen untergebracht. Das hat den Vorteil, dass wir mehr über sie erfahren können. Die Pflegestellen erzählen hier.

Buster ist nun ein OWLer

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RailerOWL antwortete auf Aw: Buster ist nun ein OWLer

08 Aug. 2011 10:39
#79
Hallo Fories,

ich muss heute leider hier schreiben, dass Buster an einem sogenannten Zwingerhusten erkrankt ist. Wir waren gerade beim Tierärztlichen Notdienst.

Buster hat am Freitag angefangen ab und an mal zu Husten. Das steigerte sich am Samstag und am Sonntag langsam an. Heute Nacht hatte er mehrere lange Husten- und Würgeanfälle bekommen die uns fast die ganze Nacht wach gehalten habe. Zwischendurch hatten wir schon mal Angst, dass er ersticken würde. So schlimm war es.

Wir haben dann heute morgen entscheiden, mit ihm sofort zum Arzt zu fahren. Dort wurde er untersucht und der Doc sagte uns, dass der sogenannte Zwingerhusten mal wieder unterwegs sei. Buster hatte alle Anzeichen dieser Erkrankung.

Also bekam Buster Antibiotika gespritzt. Antibiotika und auch ein anderes Mittel haben wir auch mitbekommen. Die Antibiotika sollen wir ab morgen reichen. Das andere Mittel bekommt er ab heute. Ich habe ihm vorhin schon die erste Tablette mit einer Leberwurstcreme extra für Hunde verabreicht.

Wollen wir hoffen, dass es mit Buster bald wieder aufwärts geht.

Hoffentlich steckt sich Tinny nicht an. Denn die "Dame" ist ja eine Reinheitsfantikerin. Wenn Buster beim Husten Auswurf hat, dann stürzt sich Tinny da sofort drauf und säubert alles wieder.

Da es gegen Zwingerhusten keine Prophylaxe gibt, können wir nun nur noch abwarten.


Ich möchte nun auch mal ein Fazit der bisherigen Zeit mit Buster ziehen.

Alles in allem ist dieses Fazit sehr positiv. Sowohl Buster als auch Tinny haben sich in der Zeit weiter entwickelt. Beide zum Positiven!

Buster hat Frauen gegenüber ein sehr gutes Verhältnis. Frauen und Mädchen können mit Buster alles machen. Da ist es auch kein Problem, wenn diese die Hände nicht leer haben! Selbst dann, wenn die Frauen schwarze Dinge in der Hand haben reagiert er ganz gelassen!

Männern gegenüber ist das ganz, ganz anders!

Buster hat allen Männern gegenüber eine geradezu höllische Angst!

Nach all den Wochen bei uns, hat er immer noch kein volles Vertrauen zu mir. Er kommt zwar immer öfter, wenn ich ihn rufe, aber nur dann, wenn Antje nicht da ist. Habe ich etwas in der Hand, egal was, dann habe ich keine Chance, dass er zu mir kommt. Dann hält er immer einen Mindestabstand von 1,5 - 2 Metern!

Wenn ich ihn also anleinen will, um mit ihm Gassi zu gehen, dann muss ich das so machen, dass ich die Leine erst einmal zur Seite lege. Dann muss ich ihn zu mir locken, am Halsband festhalten und dann kann ich erst die Leine nehmen und sie am Halsband und am Geschirr befestigen. Wenn er dann an der Leine ist, dann lässt er mich nicht aus den Augen und ist immer auf dem Sprung. Mal entspannt mit ihm zu gehen ist mir noch nicht möglich! Ich darf auch nicht mit meinem Stocke, den ich normalerweise nehmen muss, mitnehmen. Dann zeigt er nur noch sehr starke Fluchtreflexe und steht dauernd mit dem Kopf in meinem Richtung und der Leine sehr stramm gespannt vor mir. So bleibt mir also nichts anderes über als ohne Stock zu gehen. Auch wenn ich es aus gesundheitlichen Gründen eigentlich noch nicht wieder darf. Aber Buster muss raus. Also .....

Wenn ich als gehen muss, dann nehme ich die Leine, nehme die mehrfach und lege sie so, dass ich sie erreichen kann. Dann rufe ich Buster. Wenn er dann kommt, dann wird er erst einmal mit einem Leckerchen belohnt und dann gestreichelt. Dann nehme ich ihn am Halsband und halte ihn fest. Sofort versteift sich Buster und versucht von mit weg zu kommen. Ich rede dann beruhigend auf ihn ein und mit der freien Hand nehme ich dann die Leine und bringe sie langsam und ohne hektische / ruckhafte Bewegungen in seine Nähe. Dann zeige ich sie ihm und lasse ihn daran schnüffeln. Erst wenn er sich dann wieder entspannt hat, leine ich ihn an. Das kann dann durchaus mal 3-5 Minuten dauern, bevor ich ihn wirklich so weit habe, dass er mit mir raus geht.

Unser Flur ist sehr klein und schmal. Dort habe ich gar keine Chance ihn zu bekommen! Wenn ich ihn bei mir haben möchte, egal warum, dann geht das nur im Wohnzimmer. Dort hat er genug Fluchtplatz und dort kann er sich so vorsichtig nähern, wie er möchte. Dabei habe ich festgestellt, dass es besser ist Buster nicht die Front sondern die Seite zu zeigen. Dann kommt er dann doch eher zu mir.

Wenn ich sitze, ist das Misstrauen mir gegenüber nicht ganz so groß. Dann kommt er ziemlich freudig angerannt, wenn ich ihn rufe. Voraussetzung dabei aber auch *grinst breit*, dass Antje nicht in der Nähe ist. Sonst könnte ich auch die Wand anrufen. Die würde dann wahrscheinlich eher reagieren als Buster es tut. Allerdings geht die Rute sofort runter, sobald er bei mir ankommt. Auch wenn er ansonsten inzwischen fast nur noch mit hoch erhobener Rute durch die Gegend läuft.

Wenn er mit Tinny zusammen auf der Couch liegt, dann bleibt er so lange entspannt, bis das ich ins Wohnzimmer komme. Es wird dann sofort der Kopf gehoben und ich werde nicht mehr aus den Augen gelassen. Bleibe ich auf den Beinen, dann bleibt Buster liegen. Komme ich in seine Richtung, dann steht er sofort auf. Allerdings springt er nun nicht mehr hektisch von der Couch wenn ich im zu nahe komme.

Setze ich mich dann aber auf die andere Couch, dann hält es ihn nicht mehr auf der Couch, auf die die Beiden dürfen. Dann steht Buster auf und geht - jetzt schon ziemlich langsam und ruhig - dann auf seinen Ausweichplatz. Dort liegt er dann und schläft sofort weiter. Verlasse ich dann das Wohnzimmer, und sei es nur für 2-3 Minuten, dann kommt er sofort zurück und annektiert die Couch wieder für dich. Nur um sie dann wieder zu verlassen, wenn ich mich auf die andere Couch setze. Ich habe allerdings den Eindruck, dass die Wartezeit bevor er die Couch dann verlässt so langsam immer länger wird. Warten wir es ab, wann er dann ganz legen bleibt. Sitzt Antje auf der Couch, dann bleibt er auch jetzt schon liegen.

Antje, unsere Nachbartochter aber auch eine sehr gute Freundin mit ihrer Tochter können hingegen auch mit der Leine in der Hand auf ihn zu gehen ohne dass er Anzeichen einer Flucht zeigt. Ich glaube, dass die Frauen auch mit Spazierstocke gehen könnten, ohne dass es zu Irritationen kommen würde. Lt. Aussage von Antje ist es auch beim Spazieren gehen kein Probleme, wenn man Frauen trifft. Nur bei Männern ..... siehe oben.

Letzte Woche war eine Freundin von uns zu Besuch die eine sehr maskuline Art hat. Sowohl die Figur als auch die Stimme könnten die eines Mannes sein. Diese Freundin hat Buster ziemlich böse angebellt. Erst als er merkte, dass es doch eine Frau war, änderte sich sein Verhalten schlagartig!

Buster muss ganz schlechte Erfahrungen mit Männern gesammelt haben, die Gegenstände in der Hand halten. Anders ist das Verhalten nicht zu erklären. So ängstlich wie er ist, habe ich es noch nicht erlebt.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass ich Buster dabei nur Zeit lassen kann, das nötige Vertrauen zu mir zu fassen. Ob er sich jemals anderen Männern gegenüber total frei verhalten kann, weiß ich noch nicht, kann es mir aber auch nicht wirklich vorstellen.

Das Verhältnis zu Tinny hat sich sehr stark gebessert. Die beiden Liegen jetzt ganz oft gemeinsam auf der Couch.

Wenn jemand unten in der Wohnung ist, dann verhalten sich die beiden eher schläfrig und sie liegen fast nur herum. Ist aber niemand unten, dann hört man sehr oft, wie die Nägel über das Parkett klappern und man kann erkennen, dass die Beiden da ziemlich aktiv sind. Da sie das nicht machen, wenn man dabei ist, habe ich mit einem Trick gearbeitet, weil ich wissen wollte, was los ist. Ich habe den Laptop unten im Wohnzimmer platziert und ihn so eingerichtet, dass ich mit der Videokamera einen großen Teil der Freifläche überblicken konnte. Dann bin ich nach oben gegangen und habe mir am anderen PC angeschaut, was los war.

Es dauerte eine ganze Zeit, bis das die beiden Aktiv wurden. Dann aber gab es eine muntere Jagd durchs Wohnzimmer. Es wurde sowohl gerungen als auch der Kauknochen gegenseitig geklaut. Es war einfach nur schön anzusehen und ich freue mich schon sehr darauf, wenn ich das einmal real sehen darf.

Wir sind guter Dinge, dass es mit Buster weiter aufwärts geht. Lassen wir ihm die Zeit, die er braucht um ganz anzukommen und um das nötige Vertrauen zu mir zu fassen. Zu Antje ist das Vertrauen ja schon ganz groß.

So, das soll es mal wieder für heute gewesen sein.


VG, Dietmar mit Tinny und Buster

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Keaty antwortete auf Aw: Buster ist nun ein OWLer

08 Aug. 2011 10:59
#80
Lieber Dietmar, ich weiß, das ist von Fall zu Fall immer wieder unterschiedlich. Aber wenn ich Deinen Bericht von Buster lese, fällt mir die Anfangszeit mit Bruno wieder ein. Das war so ähnlich. Er war auch unwahrscheinlich ängstlich, hatte immer Angst, wenn jemand etwas in der Hand hielt usw.
Auch zu mir kam er viel eher als zu Volker.
Laß dem Buster ganz viel Zeit ... mache irgendwelche für ihn total interessante Sachen, ohne ihn zu Dir zu rufen ... versuche, ihn neugierig zu machen. Warte, bis er von ganz allein Schritt für Schritt auf Dich zukommt.
Ja klar, raus mußt Du mit ihm ... aber versuch das mal, gar nicht auf ihn einzureden, ihn ohne Worte ganz selbstverständlich anzuleinen, reagiere nicht auf seine Fluchtversuche an der Leine (ich weiß, das ist schwer und hört sich theoretisch an). Versuche, alles, wie komisch es auch für Dich sein mag, ganz selbstverständlich zu nehmen. Ich kann Dir wirklich nachfühlen, daß das eine ganz schwere Zeit ist. Aber glaub mir, Du strahlst es für Buster auch aus ... er spürt auch Deine Unsicherheit in Bezug auf dieses Verhalten.
Wenn er von der Couch geht, wenn Du kommst, nimm es hin .... tu so, als sei es ganz normal. Und bitte glaube mir, es kann dauern ... sehr lange sogar ... aber er wird von allein kommen.
Ich habe es genauso erlebt. In dem Moment, wenn Du es schaffst, innerlich ganz ruhig zu bleiben ... dauert es nicht mehr lange, bis der Knoten in ihm platzt. Ich kann Dir nicht mehr genau sagen, wie lange es bei Bruno gedauert hat .... aber in meiner heutigen Erinnerung war es eine Ewigkeit.
Und heute ist er wirklich ein Prachtkerl!!!! Er wird immer in anderer Umgebung etwas vorsichtig bleiben, er erschreckt auch eher vor etwas Unvorhergesehenem (auch Spazierstöcke, Fahrradfahrer mit Helm usw.). Aber das ist gar nichts mehr im Vergleich zu seiner Anfangszeit ...
Ich bin heute wahnsinnig stolz auf ihn ... und ich glaube, das spürt er auch.

Verliere nicht den Mut ... glaub mir ganz einfach ....es wird!!!!

Liebe Grüße Brigitte

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ina antwortete auf Aw: Buster ist nun ein OWLer

08 Aug. 2011 11:34
#81
Hallo Dietmar, danke für deinen lesenswerten Bericht.
Erst einmal alles, alles Gute für de Gesundheit eurer Beiden: dass Buster schnell gesund und Tinny gar nicht erst krank wird.

Die Verhaltensbeschreibung erinnerte mich soooo stark an Luries Verhalten nach ihrem Einzug aus Ungarn. (Hab damals ja auch Pflegi-TB geschrieben). Noch nach nem Vierteljahr hat Prinzesschen draußen so getan, als würde sie Männe nicht kennen. Das war schon seeehr frustrierend, zumal sie drinnen irgendwann sogar zum Aktivkuscheln kam. Allerdings kann ich auch ohne Übertreibung sagen, dass ihr unsere Jungs, vor allem Whisky auch immer mehr Sicherheit gegeben haben. So nach dem Motto: Wenn ich das kann, brauchst du dich auch nicht zu fürchten."
Letztendlich hilft zum Vertrauensauf- und Ängsteabbau nur Geduld und Zeit. Lurie ist jetzt das zweite Jahr hier, und trotzdem würde sie IMMER noch eher zu mir als zu ihrem Herrchen gehen. Aber es wird immer besser.
Und es ist soooo herzergreifend, wenn man sehen kann, dass sie ihre alten Gewohnheiten abstreift, wenn sie mit den Männern hier zu tun hat.

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Peter antwortete auf Aw: Buster ist nun ein OWLer

08 Aug. 2011 14:47
#82
Hallo Ditmar mit den Zwingerhusten tut uns echt leid.Zu der anderen Sache kann ich mir
nur denken,das Buster mit Männer schlechte Erfahrung gemacht hat.Bei uns ist es genau
umgekehrt.Das heisst nicht das Jumper Angst vor meine Frau hat,aber Jumper ist total auf
mich fixiert.Wo ich hingeh geht der auch hin.Ich glaube wenn er merkt das ihm nichts
passiert,wird er sich dir auch mehr öffnen.
Gruss:Peter,Rosie und Jrumper :laugh: :laugh:

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kupferli antwortete auf Aw: Buster ist nun ein OWLer

08 Aug. 2011 15:22
#83
Hallo Dietmar! Wir wünschen Buster ganz schnelle Besserung! :kiss: Knuddel ihn mal von mir . . . ;) Und ich kann, was das Verhalten von Buster angeht, Keaty nur beipflichten. Es hört sich zwar total dooof an, aber wir Menschlinge REDEN einfach viel zu viel in solchen Situationen, weil mir der Meinung sind, dass es auf unseren Hund beruhigend wirkt. :cheer: Und damit erreicht man meist genau das Gegenteil. Versuch mal, wenn Du Buster anleinen möchtest zu gähnen und zu "schmatzen". Gähnen ist für den Hund ein Beschwichtiguns-Signal, genauso wie das Schmaten. Zumindest hat uns das am Anfang bei Kondi geholfen. :silly: :cheer: :side: Hört sich blöde an, ist es aber überhaupt nicht.

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Shary antwortete auf Aw: Buster ist nun ein OWLer

08 Aug. 2011 15:32
#84
Hallo ditmar,

das mit dem Zwingerhusten passiert schon mal haben unsere auch schon gehabt, weil sie unterwegs in der Stadt aus irgendwelchen Näpfen getrunken haben wo Hunde mit Zwingerhusten dran waren. wirklich vermeiden kann man so was nicht.

Und der Tipp mit der Normalitäte ist völlig richtig, Shary versucht auch immer das Frauchen unter den Wohnzimmetisch zu bringen, wenn um Geschirr oder Leine geht..... Jezt ruf ich nur noch und wenn sie nicht kommt geh ich mit Lisa allein raus dann ist sie schnell

Gruß
Roswitha

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