Das neue Leben des Herrn Wanja
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Christiane antwortete auf Das neue Leben des Herrn Wanja
04 Okt. 2014 21:02
Lieber Wanja!
Das hast Du ja richtig gut hinbekommen mit dem Zwerg. Manchmal muss [strike]man [/strike]Hund eben einfach [strike]sagen[/strike] bellen wo es lang geht. Das versteht das Jungvolk dann auch. Meistens. Etwas Benehmen müssen sie schließlich auch von ihrer Mutti mitbekommen haben. Aber wie heißt es so schön? Wehe wenn sie losgelassen. Jetzt kann er jemanden anderen nerven. Du hast Deine Ruhe zurück. Genieße sie soll lange Du kannst, denn wenn sie Dir den nächsten Pflegi vor die Nase setzen, ist es damit erst einmal wieder vorbei.
Dein Whiskey
Das hast Du ja richtig gut hinbekommen mit dem Zwerg. Manchmal muss [strike]man [/strike]Hund eben einfach [strike]sagen[/strike] bellen wo es lang geht. Das versteht das Jungvolk dann auch. Meistens. Etwas Benehmen müssen sie schließlich auch von ihrer Mutti mitbekommen haben. Aber wie heißt es so schön? Wehe wenn sie losgelassen. Jetzt kann er jemanden anderen nerven. Du hast Deine Ruhe zurück. Genieße sie soll lange Du kannst, denn wenn sie Dir den nächsten Pflegi vor die Nase setzen, ist es damit erst einmal wieder vorbei.
Dein Whiskey
Damit das Mögliche möglich wird,muß immer wieder das Unmögliche versucht werden.
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- Vicky
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Vicky antwortete auf Das neue Leben des Herrn Wanja
13 Okt. 2014 18:09
Nach dem unschönen Motto “Hochmut kommt vor dem Fall” war die Idee, unserem Wanja den quirligen Welpen vor die erstaunte Nase zu setzen, wohl keine gute.
Am Sonntagmorgen (anderthalb Tage nach Emils Auszug) hatte Wanja nach rund drei Monaten wieder einen epileptiformen Anfall. Am Sonntagmittag den zweiten, den allerdings so schlimm (mit Kot- und Urinabsatz, blutig gebissener Zunge und Lefzen, vor allem aber –erstmals - wildem Umsichbeißen, alles über mehrere Minuten). Nur mit einem unter die Brust gezogenen Badehandtuch gelingt es Vicky und mir, ihn wieder aufzurichten, damit er atmen kann.
Kurze Zeit später rennt er nach draußen. Dann lag er eine Weile regungslos im Garten, und danach bewegte er sich wie auf rohen Eiern.
Abends, gegen halb zehn, noch ein Krampf. Ich rufe unter Tränen die Tierärztin an. Wir verabreden uns in der Praxis. Die Fahrt nach Wetter ist eine der schlimmsten halben Stunden meines Lebens. Wanja hat sich auf der Rückbank zusammengerollt, das macht er sonst nicht
Er läuft aber dann auf eigenen Pfoten in die Praxis, bekommt einen Zugang und mehrere Dosen Valium. Er hat 40° Fieber und muss runtergekühlt werden. Es dauert sehr lange, bis seine Augen ruhig sind, aber dann schläft er, und ich kann ihn wieder mit nach Hause nehmen. Für den Notfall bekomme ich noch zwei Ampullen Valium mit, das soll ich ihm über die Braunüle geben, falls er im Laufe der nächsten Stunden noch einmal krampft – das arme verwirrte Hundehirn muss unbedingt zur Ruhe kommen.
Natürlich ist es nötig, musste ja so kommen. Vorher muss der Zugang mit NaCl gespült werden, nicht einfach bei tobenden Wanja-Extremitäten, aber zu schaffen.
Wiederholen möchte ich es nicht müssen.
Der Tag verläuft für Wanja in Verwirrung und Halbschlaf, er weiß in seinem Drogenrausch nicht, wie er die Beine sortieren soll beim Laufen und fällt dauernd hin, stößt gegen Möbel und Menschenbeine, für ihn sicher ein Graus. Dafür frisst er wie ein Scheunendrescher.
Rücksprache mit der Tierärztin, alles soweit normal, aber sie rät uns dringend zum MRT.
Freitag früh schirre ich den empörten Hund an, lade ihn in den weich gepolsterten Kofferraum und starte in Richtung Süden, wir haben kurzfristig einen Termin zum MRT in einer Uni-Tierklinik bekommen.
Pünktlich sind wir, trotz irrem Berufsverkehr, da - ich bin stolz!!
Leider stellt sich dort, nach einer zweifachen (erst bei der "allgemeinen" Anmeldung, dann noch mal in der speziellen Abteilung), umständlichen und nicht allzu netten Anmeldeprozedur nach einiger vergeblicher Wartezeit heraus, dass das MRT seit einem Notfall heute Nacht kaputt ist. Man habe versucht, mich anzurufen.
Leider nicht unter der Handynummer, die die Klinik auch vorliegen hatte, sondern auf dem Festnetz. Tja. Da war ich aber bei dem Anruf schon lange nicht mehr.... Die Mühe, die es gemacht hätte, mal die Handy-Nummer zu versuchen, war wohl zu viel verlangt.
Wir müssen also unverrichteter Dinge wieder gehen. Die Idee, in einer der anderen hessischen Tierkliniken eine Art Notfall-Termin zu machen, konnte leider nicht umgesetzt werden. Mit den Alternativen, die mir vorgeschlagen werden, bin ich zugunsten meines Hundes nicht einverstanden.
Ich bin mehr als sauer und mehr als wütend, nicht, weil das blöde Gerät kaputt ist, das ist ja eine Art höhere Gewalt. Es ist die Art, wie die Leute mit uns umgehen.
Wir fahren also wieder nach Hause.
Der Kofferraum hat sich in einen See verwandelt, Wanja hat unglaublichen Streß beim Autofahren und speichelt wie verrückt. Zudem dreht er sich in seinem beengten Abteil wie ein Brummkreisel und stößt ständig mit dem armen Kopf gegen die Gitter.
Wir warten auf einen neuen Termin fürs MRT, in einer anderen Klinik. Wanja geht es momentan wieder ganz gut, aber er bewegt sich langsam und scheint allem gerade nicht so zu trauen, insbesondere mir nicht. Könnte ja sein, dass ich ihn wieder irgendwo hinschleppe! Ich hätte ihm diese absolut vergeblich durchgestandenen 160 km gern erspart. Und mir auch.
Liebe Grüße
Marion
Am Sonntagmorgen (anderthalb Tage nach Emils Auszug) hatte Wanja nach rund drei Monaten wieder einen epileptiformen Anfall. Am Sonntagmittag den zweiten, den allerdings so schlimm (mit Kot- und Urinabsatz, blutig gebissener Zunge und Lefzen, vor allem aber –erstmals - wildem Umsichbeißen, alles über mehrere Minuten). Nur mit einem unter die Brust gezogenen Badehandtuch gelingt es Vicky und mir, ihn wieder aufzurichten, damit er atmen kann.
Kurze Zeit später rennt er nach draußen. Dann lag er eine Weile regungslos im Garten, und danach bewegte er sich wie auf rohen Eiern.
Abends, gegen halb zehn, noch ein Krampf. Ich rufe unter Tränen die Tierärztin an. Wir verabreden uns in der Praxis. Die Fahrt nach Wetter ist eine der schlimmsten halben Stunden meines Lebens. Wanja hat sich auf der Rückbank zusammengerollt, das macht er sonst nicht
Er läuft aber dann auf eigenen Pfoten in die Praxis, bekommt einen Zugang und mehrere Dosen Valium. Er hat 40° Fieber und muss runtergekühlt werden. Es dauert sehr lange, bis seine Augen ruhig sind, aber dann schläft er, und ich kann ihn wieder mit nach Hause nehmen. Für den Notfall bekomme ich noch zwei Ampullen Valium mit, das soll ich ihm über die Braunüle geben, falls er im Laufe der nächsten Stunden noch einmal krampft – das arme verwirrte Hundehirn muss unbedingt zur Ruhe kommen.
Natürlich ist es nötig, musste ja so kommen. Vorher muss der Zugang mit NaCl gespült werden, nicht einfach bei tobenden Wanja-Extremitäten, aber zu schaffen.
Wiederholen möchte ich es nicht müssen.
Der Tag verläuft für Wanja in Verwirrung und Halbschlaf, er weiß in seinem Drogenrausch nicht, wie er die Beine sortieren soll beim Laufen und fällt dauernd hin, stößt gegen Möbel und Menschenbeine, für ihn sicher ein Graus. Dafür frisst er wie ein Scheunendrescher.
Rücksprache mit der Tierärztin, alles soweit normal, aber sie rät uns dringend zum MRT.
Freitag früh schirre ich den empörten Hund an, lade ihn in den weich gepolsterten Kofferraum und starte in Richtung Süden, wir haben kurzfristig einen Termin zum MRT in einer Uni-Tierklinik bekommen.
Pünktlich sind wir, trotz irrem Berufsverkehr, da - ich bin stolz!!
Leider stellt sich dort, nach einer zweifachen (erst bei der "allgemeinen" Anmeldung, dann noch mal in der speziellen Abteilung), umständlichen und nicht allzu netten Anmeldeprozedur nach einiger vergeblicher Wartezeit heraus, dass das MRT seit einem Notfall heute Nacht kaputt ist. Man habe versucht, mich anzurufen.
Leider nicht unter der Handynummer, die die Klinik auch vorliegen hatte, sondern auf dem Festnetz. Tja. Da war ich aber bei dem Anruf schon lange nicht mehr.... Die Mühe, die es gemacht hätte, mal die Handy-Nummer zu versuchen, war wohl zu viel verlangt.
Wir müssen also unverrichteter Dinge wieder gehen. Die Idee, in einer der anderen hessischen Tierkliniken eine Art Notfall-Termin zu machen, konnte leider nicht umgesetzt werden. Mit den Alternativen, die mir vorgeschlagen werden, bin ich zugunsten meines Hundes nicht einverstanden.
Ich bin mehr als sauer und mehr als wütend, nicht, weil das blöde Gerät kaputt ist, das ist ja eine Art höhere Gewalt. Es ist die Art, wie die Leute mit uns umgehen.
Wir fahren also wieder nach Hause.
Der Kofferraum hat sich in einen See verwandelt, Wanja hat unglaublichen Streß beim Autofahren und speichelt wie verrückt. Zudem dreht er sich in seinem beengten Abteil wie ein Brummkreisel und stößt ständig mit dem armen Kopf gegen die Gitter.
Wir warten auf einen neuen Termin fürs MRT, in einer anderen Klinik. Wanja geht es momentan wieder ganz gut, aber er bewegt sich langsam und scheint allem gerade nicht so zu trauen, insbesondere mir nicht. Könnte ja sein, dass ich ihn wieder irgendwo hinschleppe! Ich hätte ihm diese absolut vergeblich durchgestandenen 160 km gern erspart. Und mir auch.
Liebe Grüße
Marion
Ich schreibe Bücher, oft geht es darin um Beagle
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- Christiane
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Christiane antwortete auf Das neue Leben des Herrn Wanja
13 Okt. 2014 21:14
Mensch Wanja,
was macht Du bloß für Sachen. Da wird einem ja ganz angst und bange.
Sieh zu, dass Du schnell wieder in die Pfoten kommst und Deine Leuts wieder zur Ruhe.
Dein Whiskey und Dein Heini mit ihren Zweibeinern
was macht Du bloß für Sachen. Da wird einem ja ganz angst und bange.
Sieh zu, dass Du schnell wieder in die Pfoten kommst und Deine Leuts wieder zur Ruhe.
Dein Whiskey und Dein Heini mit ihren Zweibeinern
Damit das Mögliche möglich wird,muß immer wieder das Unmögliche versucht werden.
Frei nach H.Hesse
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Eddy antwortete auf Das neue Leben des Herrn Wanja
13 Okt. 2014 21:56
Oje, dass hört sich ja alles nicht so dolle an , ich weiß ja wie du dich fühlst und wie machtlos man bei dem Anblick ist unsere Cassy hatte ja die selben Grand Mal Anfälle die ihr übel zugesetzt haben.
Ich wünsche dem Wanja alles Gute :kiss:
LG Kerstin
Ich wünsche dem Wanja alles Gute :kiss:
LG Kerstin
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- Melly
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Melly antwortete auf Das neue Leben des Herrn Wanja
13 Okt. 2014 22:48
Ohjee das hört sich gar nicht schön an. Wanja komm schnell wieder auf die Beine und erhol dich ganz gut damit du wieder fit wirst ebenso deine Familie die sich schrecklich Sorgen macht.
Marion ich hoffe sehr das ihr baldigst schnell einen MRT Termin bekommen werdet.
Wir drücken euch Daumen und Pfoten
Milow und seine Frauchen
Marion ich hoffe sehr das ihr baldigst schnell einen MRT Termin bekommen werdet.
Wir drücken euch Daumen und Pfoten
Milow und seine Frauchen
«Dass das Wort Tierschutz einmal erfunden werden musste, ist wohl eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Gesellschaft.»
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Monami80 antwortete auf Das neue Leben des Herrn Wanja
14 Okt. 2014 11:59
Marion ich wünsche euch ganz viel Kraft, dass es Wanja bald wieder besser geht und vor allem dass ich bald wisst was genau diese Anfälle verursacht!
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