Mit Beagle in Spanien

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eifelmeute antwortete auf Aw: Mit Beagle in Spanien

08 Sep. 2011 10:55
#25
Ich wünsche Euch auch eine schöne Zeit da unten. Für mich käme das nicht in Frage. Nicht weit von Eurem Ort entfernt liegt meines Wissens das Refugio de los Perros abondonados von Los Belones. Wird auch von einer Deutschen geleitet und wir, das heißt, der Verein, für den ich manchmal Windhunde aufnehme, kriegen die spanischen Hunde dort her. Bitter arme verstümmelte und misshandelte Kreaturen, wobei wir die schlimmsten Fälle nicht einmal nach Deutschland holen können.
Nicht weit davon ist eine Perrera, wo gnadenlos alles getötet wird, was von spanischen und internationalen Tierschützern nicht rechtzeitig rausgeholt wird. Und es wird nicht getötet wie in Deutschland - wenn es gnädig geht, dann gibt es T 61 ohne Betäubung!!!
Natürlich sind endlich auch Ansätze da, vor allem bei den jungen Menschen, Tiere besser zu behandeln. Aber wenn Ihr schreibt, dass es viele Hunde an den Stränden gibt, dann sind das Streuner, die ums Überleben kämpfen. Sicher kommen auch hin und wieder Spanier in die Tierheime, um dort einen Hund zu holen, normalerweise aber nicht. Und die beschriebenen Galgos bei den Jägern fristen nach wie vor ein gottserbärmliches Dasein.
Bitte bei all dieser heilen Welt, die Ihr erlebt habt, nicht die Augen vor der Wirklichkeit verschließen. Ich kenne Auffangsstationen, die haben 300 Hunde, die anderen ca. 700 Hunde und es wird gnadenlos von den Jägern weitergezüchtet, am Ende an die für Grausamkeit berüchtigten Zigeuner verhökert oder einfach rausgeschmissen.
Ich habe gerade meinen zweiten Pflege-Galgo aus Zigeunerhänden - ich weiß, von was ich rede. Auch das berühmte Aufhängen (Klavierspielen), anzünden, mit Säure übergießen etc. findet immer noch statt, auch wenn man es den Touris nicht gerade vorführt.
Ich rede hier nicht von Vernachlässigen, ich rede von aktiver, gezielter, bösartiger Grausamkeit, die leider gerade in diesen Ländern immer mehr überhand nimmt. Ob das jetzt die beim Gebären angezündete Hündin in Griechenland ist, die mitsamt ihrem Wurf zu Tode vergewaltigte Hündin in der Türkei, die Galga, der die rechte Hinter- und Vorderpfote abgehackt wurden in Madrid - ich könnte die Liste endlos fortsetzen.
Tut mir leid, als Tierschützer kann ich solche Länder nicht mehr besuchen (was ich ja sowieso nicht mehr kann!)
Es soll jeder seine Zeit verbringen, wie er möchte, und alle beseitigten Missstände in allen Ländern sollen gewürdigt werden, aber man muss auch die Realität sehen, sonst ist der Wunsch der Vater des Gedankens.

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  • Emil
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Emil antwortete auf Aw: Mit Beagle in Spanien

08 Sep. 2011 11:06
#26
Danke Inge,Du sprichst mir aus der Seele.

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  • Keaty
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Keaty antwortete auf Aw: Mit Beagle in Spanien

08 Sep. 2011 11:08
#27
Danke für Deinen Beitrag Inge ... er hat mich erstmal so sprachlos gemacht, daß ich das ganze verarbeiten muß ... mir ist ganz schlecht. Das sind Augenblicke, wo man sich schämt, ein "Mensch" zu sein ...

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  • kupferli
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kupferli antwortete auf Aw: Mit Beagle in Spanien

08 Sep. 2011 11:11
#28
Sowas will ich mir nicht ankucken. Schalt auch immer den Fernseher um, wenn solche Dinge dort gezeigt werden. Nicht, weil ich davor die Augen verschließe, sondern weil ich es einfach schlichtweg nicht ertragen kann. Und was ich solchen "Kreaturen", die ein Tier so behandeln wünsche . . . schreib ich hier besser nicht. :evil:

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  • Tanja
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Tanja antwortete auf Aw: Mit Beagle in Spanien

08 Sep. 2011 11:43 - 08 Sep. 2011 11:56
#29
Huhu Inge,

ich denke nicht, dass ich meine Augen vor der Wirklichkeit verschliesse. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass grade die nördliche Costa Blanca auf Grund ihres Wohlstandes und dem hohen Anteil an solventen Ausländern eine Art "Blase" darstellt und es ausserhalb dieses Gebietes anders aussieht, ich weiss dass es die Perreras gibt, wo alles vergast wird und ich finde den Gedanken absolut schrecklich. Seit wir uns mit Spanien (auch als Land zum Leben) beschäftigen, hole ich nicht nur Informationen über Land und Leute sondern auch immer wieder über die Tiere ein - ich weigere mich nur, ein reines schwarz-weiss sehen an den Tag zu legen.
"Auslandstierschutz-Orgas" die extra Hunde produzieren, um sie nach Deutschland zu verhökern oder denen die Tiere auf dem Transport elendig krepieren, weil nicht für ausreichend Klimatisierung gesorgt wurde - klar gibt es die - was aber nicht heisst, dass viele dort vor Ort mit Leib und Seele Tierschützer sind, die helfen wo sie können und ich bin weit davon entfernt nach solchen Vorfällen (im Gegensatz zu vielen anderen!) den Auslandstierschutz zu verteufeln.

Und auch wenn immer wieder die "bösartigen Attacken" von den sogenannten Kampfhunden Schlagzeilen machen, bin ich gegen eine Verteufelung einiger Rassen.

Und so bin ich auch gegen eine Verurteilung eines ganzen Landes, nur weil es dort immer noch viele Missstände im Tierschutz gibt. Ich habe mir die HP des Refugio de los Perros abondonados grade angesehen, sie halten ihre genaue Adresse geheim, so wie viele andere Auffangstationen auch, weil sie wohl der Flut der Hunde ansonsten nicht mehr Herr werden würden. Wenn "jeder" Spanier also per se ein Tierquäler wäre, dann wäre dieser Schritt nicht nötig, dann würden sie ihre Hunde nämlich einfach in der Perrera abgeben.

Einer unserer Kater entstammt einem Bauernhof hier in der Nähe - hätten wir ihn nicht genommen, hätte ihn der Bauer - wie wohl schon viele Kätzchen vorher - in einen Sack gesteckt und im nächsten Bach ertränkt; die Tage machte ein Herder Schlagzeilen, der in der Nähe von Münster mit einem eingewachsenen Maulkorb aufgefunden wurde (Hier einer der vielen Artikel) ; der Kater eines Freundes kam vor nicht mal 3 Jahren nach Hause - er war angezündet worden und man konnte schon die offene Wirbelsäule sehen, es blieb ihm nichts anderes übrig, als ihn zu erlösen; die ganzen Schlagzeilen über Animal-Hording mal völlig aussen vor gelassen - sicherlich mögen die Dimensionen nicht vergleichbar sein, aber diese völlig kranken Menschen, die anderen Lebewesen sowas antun gibt es überall - das alles ist mitten unter uns in Deutschland passiert.

Der Tierschutz in Spanien ist schon längst nicht mehr Sache der "Ausländer" vor Ort, es engagieren sich auch die Spanier vor Ort und ich habe, wie glaub ich schon mal weiter vorne geschrieben, viele Spanier kennengelernt, die ihren Hund ganz stolz Gassi geführt haben - und diese Halter-Hund-Gespanne waren durch nichts von einem deutschen Hund-Halter-Gespann zu unterscheiden. Ein ganzes Volk/Land zu verurteilen ist in meinen Augen das falscheste was man tun kann. Niemand soll die Augen vor dem verschliessen was passiert, aber durch eine Generalverurteilung ist niemandem geholfen. Würde jeder so denken wie Du, dann würde Spanien sich noch wesentlich langsamer in Sachen Tierschutz weiterentwickeln, wenn man ihnen nicht zeigen würde, wie es auch anders geht und es so viele, wirklich bewundernswerte Leute gibt, die ihre ganze Freizeit in den Tierschutz vor Ort investieren.
Letzte Änderung: 08 Sep. 2011 11:56 von Tanja.

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eifelmeute antwortete auf Aw: Mit Beagle in Spanien

08 Sep. 2011 11:58
#30
Noch ein Nachtrag - ich will Euch nicht Eure Zeit vermiesen, in jedem Land gibt es Gute und Schlechte, ich will auch das Forum nicht benutzen, hier Kontroversen aufzutun.
Ich will Euch nur bitten, die Augen offen zu halten, vielleicht könnt Ihr ja in diesen langen Monaten irgendwo irgendwie ein klitzekleines Bisschen helfen? Wäre schön - auch kleine Dinge helfen die Welt zu verändern.

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