Louie - ein Angsthase entdeckt die Welt

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Bigs antwortete auf Louie - ein Angsthase entdeckt die Welt

09 Feb. 2015 10:02
#19
Ach Tina, ihr gebt euch so viel Mühe!
Und ich meine, ihr macht auch alles richtig. Euer Loui ist nun mal ein besonders ängstlicher Beaglejunge. Das ist schon mal Fakt. Also zeigt ihm die andere Seite des Lebens. Nicht auf seine Ängste eingehen, so wie ihr es ja schon macht, und ab, in die "heile Welt". Mit viel, viel Geduld... siehe Dilara... kommt millimeterweise sein Vertrauen zurück. Einfach weiter... du arbeitest gegen 21/2 Jahre an. So schnell kann der Bub diese Erfahrungen mit den guten bei euch nicht "überdecken". Ich denke, sein Gehirn ist auf jedenfall flexibel genug um im Laufe der Zeit neue Verknüpfungen zu entwickeln... auch Hund lernt nie aus.
Jetzt liegt es an euch, Ruhe bewahren und Loui weiter lernen lassen. Bei diesen Zitterkindern muss man sich Fernziele setzen. Ich habe als Pflegestelle ja leider die Hunde nur kurz da, bisher höchstens 3Wochen, aber du kannst drei Monate ansetzen um kleine Ziele zu erreichen. Das stresst den Hund nicht und du hast auch keinen Druck. Was deine Nachbarn sagen, lass einfach an dir abprallen. Meistens kommt da aus Unwissenheit jede Menge verbaler Blödsinn bei rum. Das brauchst du nicht.
Ich denke, du musst Loui auch nicht abschirmen ... pass halt ein wenig auf, wann du raus gehst, es müssen ja nicht fünf Kinder gleichzeitig au ihn zuspringen. Meine Nachbarin hat zwei Rhodesian Ridgeback Hündinnen.... wenn die ... wie immer unangeleint und im vollen Gallop antraben... au Backe! Mit ihr habe ich ein Zeichen ausgemacht, wenn ich ein Schild an der Gartentür habe, leint sie ihre Kälbchen an, dann weiss sie, dass ich einen Angsthund an der dritten Leine habe.
Wenn du das Gedühl hast, es geht schon, hol ihn aus seiner Ecke... da sitzt er schon fast im Regal... stell diese zu und biete ihm einen schönen Platz neben dem Sofa. Da soll es ja hin... zu euch, er wird schnell merken, dass auch dort nix passiert.
Denk immer daran, dein Schatz ist ein Beagle, der zeichnet sich durch Sturrheit aus... da braucht man ein hartes Fell und Durchhalte vermögen.
Den Knoten platzen lässt dann bestimmt Mollymops! Hundeesellschaft tut ihm sicher gut, da kann er sich so viel abschauen...

Halt durch...du schaffst das schon! ;)
LG Birgit, Meggy&Lotte :)

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  • Vicky
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Vicky antwortete auf Louie - ein Angsthase entdeckt die Welt

09 Feb. 2015 22:38 - 09 Feb. 2015 22:43
#20
Liebe Tina, ich finde es sensationell, wie toll ihr euch auf Louie vorbereitet habt & wie du alles durchdenkst! Ihr habt auch schon richtig viel geschafft. Man hat aber ein bisschen das Gefühl, jeder Schritt wurde mühsam errungen und es ist eine sehr wacklige Sache.

Mach Dir nur nicht soviel Stress. Mein Eindruck ist, dass Louie - vielleicht auch durch die räumlichen Gegenbenheiten und die Abwesenheit von Molly - völlig im Fokus steht.
Er bekommt zuviel Aufmerksamkeit und fühlt sich wahrscheinlich wie unter einem Mikroskop.

Er muss aber im Leben ankommen dürfen und sich schnellstmöglich mit dem jetzigen Status abfinden. Nur dann hat er eine Chance, aus seiner Befremdung herauszufinden. Hilf ihm dabei, indem Du ihm alles als selbstverständlich vorlebst und über irgendwelche Anzeichen von Erschrecken sang-, klang- und WORTlos hinweggehst. Umgefallene Dinge? Egal! Drüber hinweggehen.
Ein Mantra: "ALLES ist total selbstverständlich (auch Lärm, fremde Handwerker, ALLES.) NICHTS ist besonders. " hilft vielleicht.

Louie sieht in deinem Gesicht und deinem Verhalten deine eigene Beunruhigung, Unsicherheit und vielleicht Angst. Er weiß, dass du nun seine Sonne bist, und kapiert blitzschnell: wenn SIE Angst hat und sich Sorgen machen muss, dann muss ICH mir erst recht Sorgen machen. Auch wenn es noch so unterschwellig und völlig unbeabsichtigt ist.

Sobald Ruhe im Haus ist, scheint er ja erste Schritte zum Erkunden des fremden Planeten, auf dem er nun lebt (so kommt es ihm vor, denn in den sicheren Kokon des Laborlebens kann er ja nicht mehr zurück - das sind aber nun mal alle Erfahrungen, die er hat) zu unternehmen. (ich wette, wenn keiner da ist, sitzt er NICHT bewegungslos herum, sondern holt nach!). Es ist oft so, dass neu eingezogene scheue Hunde nur nachts fressen, trinken usw. Das gibt sich, je heimischer sie werden.

Allerdings scheint er dann auch direkt wieder unterbrochen zu werden (durch was auch immer: durch Ansprache, Betüddeln, Loben, Begeisterung....!)
Deshalb lautet mein Rat: LASS ES. ALLES.
Lass ihn erkunden, was er möchte und in SEINEM Tempo - aber beachte es nicht (es sei denn, er fängt an, verbotene Dinge zu tun - Stromkabel fressen z.B.).

Lass ihn kommen, wie es seinem Tempo entspricht. Fass ihn nur an, wenn es sein muss (zum Geschirranlegen z.B., oder wenn er signalisiert, dass er es möchte. Lass ihn mit Dingen spielen, aber biete ihm nicht zuviel an.

Holt sobald als möglich Molly zurück. Louie wird sich keine schreckliche Ansteckung zuziehen, Molly ist ja behandelt, geh also einfach davon aus, dass es klappt. Der zu erwartende Gewinn wäre um SOVIEL größer! Warte nicht zu lange damit, sonst muss er sich wieder komplett neu einstellen - bisher riecht er die Mopslady nur,wenn sie da ist, muss er wieder alles in seiner kleinen Louie-Welt neu sortieren. Ich hoffe sehr, dass die beiden dicke Freunde werden!!

Die Angst beim Anblick männlicher Gegenüber ist bei prädisponierten Hunden, besonders Laboris (so hat man den Eindruck) weit verbreitet.
Der erprobteste und meiner Ansicht nach beste Tipp: Martin soll einfach nur "da" sein. Den Hund nicht anschauen, nicht ansprechen, gar nix. Nach einer Weile (zwei Wochen oder so) mal Blickkontakt - sonst nichts.
Schwer für Martin, aber auch der muss da durch, und es lohnt sich ja auch.
Dem Hund schadet dieses "herzlose" Ignorieren nicht - im Gegenteil, es vermittelt ihm Sicherheit, weil er sich frei bewegen kann und niemand etwas von ihm erwartet (und er es sowieso nicht anders gewohnt ist). Es lässt ihm die Wahl, und das finde ich total wichtig.
Allerdings gibt es natürlich trotzdem Regeln (gerade rund ums Fressen und so was), aber das ist ja jedem klar.

Wartet einfach ab, was Louie euch von sich aus anbietet. Wenn er näherkommt - nicht reagieren. Wenn er irgendwann mal am Hosenbein schnuppert - nicht reagieren.
Das klingt hart und ist auch hart. Aber es wirkt! Er WIRD von selbst auf euch zugehen, schließlich ist er ein soziales Wesen :silly: , aber die Zeit, die es bis jetzt bei euch sein durfte, ist einfach noch sehr kurz. Drei Monate sind schon ganz realistisch.

Und geht raus! Bewegt ihn (aber gut gesichert). Zeig ihm die Welt. Auch wenn er nur fünf Meter geht (nicht an belebten Straßen, aber sicher irgendwo in einer Grünanlage, Wiese, Wald...) und lass ihn ruhig das Tempo bestimmen. Nächste Woche sind es dann vielleicht schon fünfzig Meter, übernächste 500. Bietet IHM etwas an (am besten andere Hunde....!)

Er kommt dir vermutlich gerade wie der allersuperängstliche Laborhund der Welt vor, aber von der Sorte gibt es einige, und alle haben es geschafft.
Er muss weder in Watte gepackt noch wie Nitroglyzerin behandelt werden. Vermutlich wird er nie den Draufgänger in sich entdecken, aber das macht ja nichts.

Er muss nicht getragen und gehätschelt werden, im Gegenteil: mute ihm etwas zu, und traue ihm etwas zu. Das wird am Anfang natürlich nicht viel sein, aber darauf kommt es ja auch nicht an. Auch Hunde wachsen an ihren Aufgaben, und er möchte ja wachsen: er zeigt Neugier und beschäftigt sich mit den Dingen. Alles gut!

Er schaut dich auch nicht böse an. Er ist vielleicht skeptisch und vertraut deiner Führung nicht so recht (siehe oben). Mach es dir einfacher, projiziere nicht soviel an Gefühlen, Befürchtungen und Erwartungen auf ihn, das ist für Louie zu schwer. Deine eigene Lockerheit lässt ihn lernen, dass er selbst auch locker sein darf.
Es wird irgendwann der Tag kommen, an dem er sich freut wie verrückt, wenn du ihn nur anschaust.

Was das Füttern und Schlafen betrifft: wir wissen nicht, was es in den Laboren zu futtern gab.
Viele Laboris fahren nicht gerade auf Trockenfutter ab, aber barfen ist fast eine Wissenschaft für sich und für eine Veganerin meiner Meinung nach unzumutbar.
Mach eine GUTE Dose auf, es gibt so tolle, hochwertige Dosennahrung, und wenn da ein bisschen TroFu bei ist, um so besser für die Zähne. Aber lasst uns alle bitte nicht über vegetarische Kost für Hunde diskutieren, Tiere müssen nicht in jedem Fall für die Überzeugung der Menschen herhalten ;)
Einen geschützten Schlafplatz finde ich ich immer vorteilhaft, und möglichst so, dass er nicht den ganzen Raum sieht - er wird sonst glauben, er müsste den ständig scannen und überwachen, was ihm zusätzlich das Leben schwermacht.

Die Nachbarn....hatten die klare (vielleicht ein bisschen vorgegebene ;) )Erwartungshaltung: da kommt eine Mimose von Hund. Und genau so benehmen sie sich jetzt auch :whistle:
Das vergeht wieder.
Es ist echt superschwer, aber am besten werfen alle Beteiligten die Erwartungshaltungen über den armen ängstlichem kleinen Hund einfach über Bord.
Je schneller alles selbstverständlich, Routine und Alltag wird, umso eher hat Louie die Chance, frei zu werden, sich gut zu fühlen und Spass zu haben!

Alles wird gut, das tut es (so gut wie) immer, nur Mut!!
Warnung: Spoiler!

Verzeih meine offenen Worte, aber Louie hilft das Rumeiern nicht, und Dir auch nicht :)

Bitte berichte hier weiter, Du kannst auch jederzeit einen von uns alles fragen
Warnung: Spoiler!


Alles Gute für euch 4 und liebe Grüße,
Marion
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Letzte Änderung: 09 Feb. 2015 22:43 von Vicky.
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Elke antwortete auf Louie - ein Angsthase entdeckt die Welt

09 Feb. 2015 22:45
#21
Toll geschrieben Marion! Du hast ja soooo Recht!
LG Elke - mit Fiete und den Langnasen

Zu den schönsten Dingen in unserem Leben gehört es, an unsere Laborbeagle geraten zu sein :-)
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Vicky antwortete auf Louie - ein Angsthase entdeckt die Welt

09 Feb. 2015 22:50
#22
Danke, Elke, aber ich will doch gar nicht Recht haben. Ich kenne dieses blöde zwiegespaltene Gefühl nur zu gut, wenn man dem Hund so gern helfen möchte. Dass weniger oft mehr ist, hab ich erst an meinen beiden eigenen Rüden gelernt, und zum Glück passte es genau bei manchen Pflegies - zwei davon übrigens aus dem gleichen Institut wie Louie ;)
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Elke antwortete auf Louie - ein Angsthase entdeckt die Welt

09 Feb. 2015 23:08
#23
Klar Marion, das hab ich schon verstanden :lol:. Ich glaub, unsere Beiden haben den gleichen Ursprungsort. Fiete war auch sehr ängstlich - und das auch noch nach 6 Wochen liebevoller Pflege bei der Pflegefamilie. Er brauchte viel Zeit. Aber es war für ihn sicher sehr sehr hilfreich, dass er in der Pflegestelle und auch bei uns einen Ersthund hatte.

Deshalb Stimme ich Dir voll zu, dass Molly möglichst bald kommen sollte. Dann wird für ihn vieles leichter und selbstverständlicher. Und natürlich verteilt sich auch die Aufmerksamkeit auf beide Hunde.
LG Elke - mit Fiete und den Langnasen

Zu den schönsten Dingen in unserem Leben gehört es, an unsere Laborbeagle geraten zu sein :-)

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Tina_1989 antwortete auf Louie - ein Angsthase entdeckt die Welt

10 Feb. 2015 09:11 - 10 Feb. 2015 09:16
#24
Hallo Marion,

vielen lieben Dank für deinen Beitrag – man profitiert eben doch sehr von den Erfahrungen anderer und ich bin dankbar, hier stets Ansprechpartner zu finden und mich im Zweifel auch direkt an eine/n von euch wenden zu können.

Wir wussten, dass er als „ängstlich und zurückhaltend“ beschrieben wurde, haben uns auch auf den schlimmsten Fall eingestellt (was er natürlich nicht ist – aber dennoch sollte man wohl erst einmal mit allem rechnen) und nun ja, anschließend 'instinktiv' und gleichzeitig nach dem besten Wissen und Gewissen gehandelt.

Anfangs habe ich ihn sogar größtenteils ignoriert, allerdings hatte ich dann hier den ersten Eintrag verfasst und mich dann aufgrund der Ratschläge schon etwas mehr mit ihm 'beschäftigt' – mich ein paar Mal zu ihm gesetzt, ihn etwas gestreichelt, ihn gestern auch mal mit aufs Sofa genommen. Richtig verunsichert hatte mich der kleine Vorfall mit der Milchkanne, aber das war schnell vergessen und mittlerweile klappt es draußen ganz gut mit uns, da ich wohl auch mehr Sicherheit ausstrahle.

Ich habe in den letzten Monaten sehr viel über ängstliche Hunde gelesen (auch hier im Forum, da eigene Erfahrungen von „Laborbeagle-Adoptivfamilien“ eben doch noch mal etwas anderes sind), und natürlich gab es auch dazu immer unterschiedliche Berichte (die einen ignorieren, die anderen ermutigen sanft, wieder andere betüddeln). Ich denke nicht, dass er hier zu sehr betüddelt wird, da ich bisher immer fast den ganzen Tag auf der Couch gesessen und gearbeitet habe (Schreibtisch geht ja gerade schlecht, da ein Beagle den Arbeitsbereich belagert :D ), ihn mehrmals rausgebracht habe (rein läuft er ja mittlerweile schon alleine, wenn auch noch sehr langsam, aber das ist ja völlig ok), ihm das Futter hingestellt und ihn höchstens mal zum Futtern ermutigt habe (gefressen hat er auch vom ersten Tag an in unserer Anwesenheit tagsüber, sofern es eben ruhig genug war). Ja, und letztlich haben wir uns eben (nicht gemeinsam, immer getrennt) mal zu ihm gesetzt, dann kam er schon mit der Nase, um zu schnuppern.
Aber ich verstehe, all das scheint dennoch zu viel für ihn zu sein. Natürlich kann ich deinen Beitrag sehr gut nachvollziehen, da mir ähnliche Gedanken im Kopf herumschwirren, aber so schön diese Austauschmöglichkeit hier ist, so schwer ist es eben auch, genau die Ratschläge herauszupicken, die für Louie momentan am besten sind. ;)

Auf Louies Ernährung oder Diskussionen bzgl. dieser möchte ich in diesem Thread sowieso nicht eingehen; hier soll es lediglich um ihn selbst und seine Entwicklung gehen. Ich kann und möchte hierzu an dieser Stelle nur sagen, dass es meinen tierischen Mitbewohnern nie an etwas gefehlt hat und dass ich das auch niemals zulassen würde, da genau dies meiner Überzeugung widersprechen würde. Louie mag sein Futter sehr („Ich fresse es zwar sowieso, aber bitte weich es mir trotzdem lieber ein“ :D ) und kommt damit zurecht, und wie du auch sagst, war das anfängliche Zögern eben einfach auf diese für ihn völlig neue Situation zurückzuführen.

Wegen Molly; bist du sicher? Sie hat wirklich einen ganz schlimmen Husten mit richtig vielen Hustenanfällen gehabt, wo selbst der Tierarzt sehr besorgt war. Er hatte zunächst auch davon abgeraten, Louie in die „verkeimte“ Wohnung zu holen, aber wir haben in den Tagen vor seiner Ankunft sämtliche Textilien noch einmal gewaschen, viel durchgelüftet und alles blitzeblank geputzt, sodass er meinte, dass es gehen sollte. Gut, es hat sich bei Molly auch durchaus schon gebessert, aber nicht, dass sie dann herkommt, die neue Situation bemerkt und sich ihr Zustand wieder verschlechtert ..? Morgen früh um 9 bin ich noch mal mit ihr beim Tierarzt, bis dahin werde ich es mir noch mal überlegen, mit dem Tierarzt darüber sprechen und auch eure Meinungen hierzu abwarten. Denn es ist keine Frage, dass ihm die Kleine ungemein helfen kann.

Ach, das mit den Nachbarn war so eine Sache – ich habe in dem kurzen Schreiben lediglich darauf hingewiesen, dass wir den Garten mal als Hundeklo missbrauchen, ich aber die Häufchen wegmache. Und eben, dass es toll wäre, wenn die Kinder den Hund nicht mit Schnee bewerfen würden (sind ganz schöne Rabauken, daher). Viel mehr hat mich das Schreiben aufgeregt, ich würde den Hund ohne Leine im Garten laufen lassen (klar, damit er über die Mauer und auf die Straße hopst), und Louie sei demnach ein „Kinderschreck“.

Also rätst du auch davon ab, ihn draußen zu ermutigen? Natürlich rede ich nicht mit ihm á la „Keine Angst, ist alles gut“ o. Ä., sondern vielmehr sage ich ihm fröhlich „Na komm, hoppala“ (wenn er zum Bsp. im Garten die eine Stufe nach unten soll) – und das klappt auch wunderbar. :) Ich rede (und fühle mich mittlerweile auch) sicherer und sehr fröhlich mit ihm. Gestern Vormittag bin ich Tollpatsch über so einen blöden Plastik-Elch gestolpert, den die Kiddies im Garten liegen gelassen haben. Da ist er kurz zusammengezuckt, aber ich hab nur ein wenig gekichert und ihm erzählt, dass er eine ganz schön deppsche „Mutti“ hat – dann ist er auch gleich wieder an der lockeren Leine neben mir hergelaufen, bis in die Wohnung.

Abends haben wir „extreme Couching“ gemacht (auf die Idee kam ich durch Elkes Tipp); ich habe ihn, als sei es total selbstverständlich, zu uns auf die Couch gesetzt. Erst fand er das seltsam und hat ängstlich aus dem Fenster geschaut, aber wir haben uns normal unterhalten und schon nach ein paar Minuten hat er sich entspannt und sich neben mich gelegt. Da habe ich ihn gestreichelt, was er auch total genossen hat. Als ich zwischendurch mal ins Bad musste, ist er sogar neben Martin liegen geblieben, hat ihn interessiert angeschaut und geschnüffelt. :) Nun bin ich natürlich wieder etwas verunsichert – war das 'falsch'?

Nachts sorgt Louie nun immer für Trubel (oder er plant seine Flucht – wer weiß :D ): Er rennt quer durch die Wohnung, beschnüffelt alles, sucht Futter (ich gebe es zu; hier und da war vielleicht etwas Trockenfutter versteckt), wühlt wie ein Bekloppter in seinem Bettchen (ich glaube, er wollte vorgestern Nacht seinen Kong im Bett verbuddeln – oder er plant wirklich seine Flucht, will sich einen Tunnel graben, wie in „Die Verurteilten“ :D ) von dem Gewühle werden wir auch immer mal wach. Diese Nacht war er wieder richtig aktiv, und als ich wach wurde, bin ich runter (Hochbett), da ich sowieso mal ins Bad musste. Er ist dann überraschenderweise nicht zurück in sein Bett, sondern hat mich angeschaut und unsicher, aber auch unübersehbar eine ganze Weile mit dem Schwanz gewedelt und ist von sich aus auf mich zugelaufen – was hab ich mich gefreut. :)

Tja, aber da er die Nacht so aktiv war, schläft er jetzt noch bzw. hat nur kurz unbeeindruckt mal nach oben geschielt, als Martin sich für die Uni fertig gemacht hat. Ich habe die Gelegenheit genutzt, noch einen schnellen Kaffee zu trinken und hier zu schreiben, aber werde jetzt mal schauen, ob sich der Herr mit mir nach draußen bequemt. ;)

Vielen Dank für den Tipp, wirklich mal raus zu gehen – wenn heute die Schule vorbei ist und auch an den nahegelegenen Feldwegen oder im Park nicht mehr so viel Trubel ist, vielleicht am frühen Abend, werde ich ihn mal über die Straße tragen (die ist auch nicht allzu befahren) und mit ihm dort hin gehen. Im Garten zeigt er sich sowieso immer sicherer und ich habe das Gefühl, dass er wirklich mal etwas anderes sehen sollte.

Tausend Dank für deinen ehrlichen und offenen Beitrag, es hat gut getan, all das zu lesen und das eigene Verhalten auch selbst noch einmal zu reflektieren. Es ist gibt sowieso kein „Patentrezept“, jeder Hund ist individuell – und Louie hat hier alle Zeit der Welt. Wir werden auf jeden Fall versuchen, darauf zu achten, ihn das Tempo vorgeben zu lassen. Ich habe ja auch heute Nacht gesehen, dass er schon kommt, wenn er möchte. :)

Liebe Grüße

Tina, Martin, Louie und Molly-Mops
Letzte Änderung: 10 Feb. 2015 09:16 von Tina_1989.

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Moderatoren: Christiane
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