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Halti - Segen oder Eingeständnis des Versagens? 06 Feb 2014 17:41 #1

  • Resi1978
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Mir geht eine Begegnung in der Mittagspause nicht mehr aus dem Kopf, die ich gerne von Euch eingeschätzt wüsste. Vielleicht gibt es schon Beiträge zu diesem Thema, aber ich habe sie mit der Suche nicht finden können. Falls vorhanden, liebe Modis feel free to move ;)

Mir begegnete in der Mittagspause ein Pärchen mit seinem Hund (geschätzt ein Münsterländer / Labbi Mix oder sowas in der Art). Ich weiß, dass die beiden den Hund als Welpen bekommen haben. Vor ca. 2 Wochen traf ich mit Kalle diesen Hund samt Frauchen und beim Anblick von Kalle zog er derart, dass Frauchen (eine sehr zarte Person) mehr oder weniger hilflos hinter dem Hund hergezerrt wurde. Ich hab dann Kalle ins Auto verfrachtet und sah die beiden kurze Zeit später nochmal in ähnlicher Situation mit einem anderen Hund.

Heute begegneten wir uns nun wieder. Der Hund ausgestattet mit Halsband und Halti und einer Leine an beiden. Wieder zog der Hund zu Kalle hin welcher das allererste Mal seit er bei mir ist mit hochgezogenen Lefzen geknurrt hat. Geknurrt hat er sonst wohl auch schonmal aber eine derart aggressive Haltung habe ich noch nicht erlebt.
Viel schlimmer aber war, dass das Halti viel zu groß war und das Herrchen, welches den Hund führte nicht nur am Halsband sondern auch am Halti zog um den Hund zu kontrollieren. Folge des Ziehens am Halti war, dass der Nasenriemen permanent bis direkt unter die Augen rutschte und der Hund verzweifelt versuchte, das Ding los zu werden. Auf meine Bemerkung, dass das Halti mit den scharfen Riemen bis unter die Augen gezogen werde erhielt ich die Antwort, dass man kein kleineres Halti hätte kaufen können.

Abgesehen davon, dass mir dieses Erlebnis in der Mittagspause seitdem nachgeht würde mich einfach mal interessieren, ob ein Halti - richtig angewendet versteht sich - eine sinnvolle Korrekturmöglichkeit darstellen kann und wann man so'n Halti überhaupt sinnvoll einsetzt.

Ich hab jetzt im Internet gelesen, dass man Haltis wohl hauptsächlich bei stark ziehenden Hunden einsetzt aber mir sind durch die Hundeschule verschiedene Möglichkeiten vermittelt worden, das Ziehen zu unterbinden. Irgendwie ist dann aus einzelnen Bestandteilen eine Kalle-Mix-Variante geworden, die aber bisher ganz gut funktioniert ... wir üben weiter.

Mir drängt sich der Eindruck auf, dass das Halti in geschulten Händen bei echten Problemfällen eine sinnvolle Ergänzung sein kann und dass das Halti aber definitiv nicht in "Laienhände" gehört. Desweiteren drängt sich mir bei Vorhandensein einer Vielzahl von Erziehungsmöglichkeiten der Eindruck auf, dass der Verwendung eines Haltis in gewisser Weise das Eingeständnis des Versagens in der Erziehung immanent ist ...

Bevor ich in o.g. Angelegenheit in irgendeiner Art weiterdenke, z.B. die Besitzer um ein Gespräch zu bitten, wollte ich gerne fundiertere Meinungen als meine eigene hören. Ich hab mir nämlich über diese "Pferdehalfter am Hundekopf" heute das erste Mal eingehender Gedanken gemacht. Bisher fand ich diese Dinger, wenn ich sie mal gesehen habe, einfach irgendwie schrecklich ohne mir eingehendere Gedanken zu machen und sonst habe ich es nur mit der - aus Hundesicht betrachtet - XXXXXXXXXXL - Variante am Pferdekopf zu tun ;)

Danke im Voraus für Eure Einschätzung!
Engel können fliegen, weil sie sich selbst nicht so schwer nehmen.
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Halti - Segen oder Eingeständnis des Versagens? 06 Feb 2014 21:30 #2

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Ich kenne bisher nur negative Aussagen zu Haltis. Eben weil es in den falschen Händen Mist ist. Wozu die überhaupt dienen erschließt sich mir nicht. Ich weiß nur von Haltungsschäden die sie verursachen. Wenn die Leute dann später einen "knochenkranken" Hund bis an sein Lebensende zum Arzt oder zur Physio schleppen wollen, sollen sie das Halti benutzen. Ich glaube das reicht als Abschreckung, denn das kostet ja Geld.

Ich habe mal eben zu Halti gegoogelt weil ich wie gesagt gar nicht weiß wozu der eigentlich dient.

Wenn du den Leuten die Seite ausdruckst werden sie vielleicht verstehen, dass sie was falsch machen. Da steht sogar was von Genickbruch :sick:
Wenn sie ignorant sind, kannst du ihnen eh nicht helfen. Dann lasse es und mache dich nicht unbeliebt, sondern geh deiner Wege.

www.zooroyal.de/blog/allgemein/streitpun...fahrlich-154112.html

Ach ja, wir hatten ja neulich auch ein anderes Thema. Hier sieht man mal wieder: Nur wer jahrelang einen Hund "hält" hat noch lange keine Ahnung von Hundehaltung. ;)

Hm, und ich würde auch niemandem unterstellen wollen er würde sich sein Versagen eingestehen. Denn zumindest sind die Leute bemüht etwas zu verändern. Für wie sinnfrei man das auch hält. Die Leute meinen ja, sie wären auf dem richtigen Weg.
Und wenn das Halti wie angedacht verwendet wird, dann ist es ja auch ein guter Ansatz und hat rein gar nichts mit Versagen zu tun.

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Letzte Änderung: von Cassandra.

Halti - Segen oder Eingeständnis des Versagens? 06 Feb 2014 23:34 #3

  • Resi1978
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Deine letzten Sätze würde ich unterschreiben ... aber ich tue mich schwer, bei diesem Pärchen von einem echten Änderungswillen auszugehen. Der Hund ist maximal 1,5 Jahre alt und wohnt seit Welpentagen bei den beiden. Die beiden sind Nachbarn einer guten Freundin und ich weiß noch genau, wie ich den mal als Welpen dort im Haus erlebt habe und damals schon zu meiner Freundin gesagt habe, dass ich glaube, dass die eines Tages Probleme mit dem Hund bekommen werden, weil da nur "Heideldutzeldu" und "Achdukleinersüßerwelpe" geherrscht hat. Der Hund ging bspw. irgendwo hin wo er nicht hin sollte, wurde freundlich aufgefordert, es zu lassen aber dann wurde nix unternommen, um dem Hund klar zu machen, dass "Nein" auch "Nein" und "Hier" auch wirklich "Hier" bedeutet! Das kann man dem Hund total freundlich und gleichzeitig konsequent beibringen, wie ich inzwischen weiß.

Ich würde mich - "bewaffnet" mit guten Argumenten - durch aus einem Gespräch stellen. Ob ich mich da unbeliebt mache ist mir da ziemlich wurst, weil auch das Halti vermutlich nix dran ändert, dass der Hund auf ziemlich geradem Weg ins Tierheim oder - bestenfalls - eine andere Familie ist, wenn die Halter nicht ihre Einstellung zur Hundeerziehung ändern!

Das Gute an der Sache ist, dass die mir berichtet haben, dass die HuSchu, die die besuchen, wohl das Halti empfohlen hat und ich hatte vor, im Sommer parallel zu meiner bisher besuchten HuSchu einige Kurse dort zu besuchen, die meine HuSchu mangels eigenen Platzes nicht anbieten kann. Das werde ich nun ganz sicher nicht tun ... da nutze ich dann lieber mein eigenes Grundstück und die Erfahrung meiner lieben Nachbarin, auf deren Rat ich inzwischen viel Wert lege.

Aber gut, mir geht es - von dem geschilderten bedauerlichen Einzelfall - vor allem um das Verständnis, ob und ggf. was ein Halti wirklich bewirken kann wenn es richtig eingesetzt wird. Ich werde mir jetzt erstmal den Link anschauen ....

EDIT: Ich hab mir das jetzt durchgelesen. Ein interessanter Artikel wie ich finde, der Für und Wider vorurteilsfrei abwägt. Danke für den Link. Vor allem hat mir gefallen, dass der Artikel so schön deutlich herausstellt, dass vor der Verwendung eines Haltis als ultima ratio der Problemlösung erstmal die Problemanalyse stehen muss. Das heißt, dass der Halter sich erstmal klar werden muss, was bisher schief gelaufen ist.
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Letzte Änderung: von Resi1978.

Halti - Segen oder Eingeständnis des Versagens? 07 Feb 2014 15:39 #4

  • Rena2012
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Prinzipell ist eine Leine dazu da den Bewegungsradius des Hundes zu begrenzen. Zu mehr nicht. sie dient nicht zu Erziehungsmaßnahmen oder gar zu Maßregelungen. Demzufolge sind auch alle anderen Hilfsmittel an der Leine völlig sinnlos und verschärfen nur die Probleme zwischen Hund und Halter. Der Hund muss verbal folgen. Also ich rufe meinen Hund, lass ihn sitz oder platz machen, je nach Situation. Das Gegenzerren an der Leine führt nur zu noch mehr Aggression beim Hund, immer. Viel wichtiger ist zu verstehen,warum handelt mein Hund so. Jeder Hund ist individuell! Darum gibt es auch nur individuelle Lösungen. Die liegen im Zusammenleben und in der Erziehung. Solche gesundheitsgefährdenen Hilfsmittel wie Halti, Würge- oder Stachelhalsbänder oder gar bewegungsbehindernde Mittel, verstoßen meiner Meinung nach gegen den Tierschutz und gehören auf den Müll.
Viele Grüße Dieter.
Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.
Arthur Schopenhauer

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Halti - Segen oder Eingeständnis des Versagens? 07 Feb 2014 19:29 #5

  • Manuela
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Ich halte nichts vom Halti,da kaum jemand es wirklich richtig anwenden kann.
Es gibt andere Methoden , den Hund bei problematischen Hundebegegnungen o.ä. zu korrigieren.Klar klappt nicht alles sofort,und eventuell braucht man auch professionelle Hilfe um es zu erlernen,aber das sollte einem sein Hund schon wert sein.
Für mich gibt es je nach Situation 2 Varianten:
1. Ich schränke den Bewegungsradius durch Versperren mit meinem Körper ein.Damit halte ich sie vom "Vorpreschen"ab.
2. Oder ich lenke(wenn ich es rechtzeitig schaffe) mit meiner Stimme ab,natürlich mit Belohnung,wenn es gut klappt.

Viele Grüße von Manuela
Wer die Opfer nicht schreien hören,nicht zucken sehen kann,dem es aber, sobald er außer Seh-und Hörweite ist, gleichgültig ist, dass es schreit und zuckt,der hat wohl Nerven, aber Herz hat er nicht. Bertha von Suttner

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Halti - Segen oder Eingeständnis des Versagens? 07 Feb 2014 20:38 #6

  • moromaxe
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Ich oute mich jetzt mal :blush:

Auch wir hatten ein Halti. Das Teil kam zum Einsatz, wenn wir (vor gefühlten 100 Jahren ) mit Marvin oder Simon zum Tierarzt mußten. Ich fand es eine bessere Lösung als einen Maulkorb. Aber ohne Sicherheitsvorkehrungen ging mit den beiden beim TA absolut nichts. :unsure: Ansonsten hing das Halti in der Garderobe. Beim Gassigehen haben wir es nie eingesetzt. Deshalb kann ich auch nichts weiter dazu sagen, habe mich aber mittlerweile vom Team belehren lassen, dass man ohne Anleitung, das Halti nie benutzen sollte, um Schäden zu vermeiden.

Erziehung ersetzt ein Halti sicherlich niemals.
Ein Hund ist ein Herz auf vier Beinen ( Sprichwort aus Irland)

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