Einige der zu vermittelnden Hunde sind aus unterschiedlichen Gründen zunächst in Pflegestellen untergebracht. Das hat den Vorteil, dass wir mehr über sie erfahren können. Die Pflegestellen erzählen hier.

Anton

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Anton wurde erstellt von Melly

23 Aug. 2023 10:55 - 23 Aug. 2023 19:57
#1
Anton haben wir im Juni 2023 übernommen, seine Menschen waren mit Anton „überfordert“.

Bzw salopp gesagt, wurde womöglich vieles seit Welpenalter von den Menschen falsch kommuniziert.

Anton kam als Welpe zu Corona Zeiten in seine Familie. Vermittelt über einen Tierschutzverein. Es gab Probleme mit „Anton“ so die Familie, aber eher waren die Menschen das Problem und nicht Anton! (Meine Meinung)

Der Tierschutzverein über den Anton vermittelt wurde, hat sich jedoch des Problems nicht angenommen und ihn freigeben für die Vermittlung bei eBay Kleinanzeigen 😡. a la Freifahrtschein zum „Wanderpokal“…






Das ist nicht passiert, weil wir uns seiner angenommen haben. Jedoch konnte Anton aufgrund seiner Problematik in keine Pflegestelle ziehen.
Also blieb nur die Option Anton ins Hundezentrum zum erfahrenen Hundetrainer zu geben, mit Hundezentrum arbeiten wir als Verein seit ca 3 Jahren zusammen.
Wir haben nicht weggesehen, obwohl uns die Unterbringung und das Training viel Geld kosten. Wann Anton wieder vermittelbar ist, kann momentan niemand sagen.





Was auch immer in „Wirklichkeit“ bei Anton passiert ist im Zusammenleben mit seinen ehemaligen Menschen, können wir nur vermuten.
Zumindest kennen wir nicht die „ganze Wahrheit". Die Wahrheit würde Anton und uns helfen mit Anton gezielt zu arbeiten......
andererseits möchte man es vielleicht gar nicht wissen.

Auch Anton gehe ich regelmäßig besuchen und arbeite mit ihm.

Laut Aussage der ehemaligen Besitzer hat Anton Angst vor dem Herr im Hause, es kam durch die Angst auch zu Beissvorfällen.

Das Resümee der letzten zwei Monate Arbeit mit Anton ist, kurz und knapp gesagt...... Anton hat Angst vor allem Männern und gerät regelrecht in Panik wenn ein Mann sich ihm nähert. Er friert sofort ein und knurrt und würde ihm ein Mann in dieser Situation zu Nahe kommen würde Anton wohl seine Zähne einsetzen um abzuwehren.

Anton ist allgemein sehr unsicher und hat große Angst vor zu schnellen Körper Bewegungen, auch vor über ihn beugen.



Anton hat zu mir ziemlich schnell Vertrauen gefasst und ist mir gegenüber sehr umgänglich, jedoch muss man Anton von seiner Körpersprache sehr gut „lesen“ können, was nicht schwer ist, jedoch ist das auch kein „Frei-fahrts-schein“…

Anton und ich haben eine Bindung aufgebaut und Anton hat trotz seiner unschönen Vergangenheit schon einiges gelernt.

Er läuft super an der Leine, liebt Wasser, mag gekuschelt werden, macht Sitz und Platz und ist abrufbar auf weite Distanz, nimmt Leckerlies erst nach Aufforderung und hat dabei die größte Geduld.

Auch beim toben im Spiel kommt es hin und wieder zu schnellen Körperbewegungen, die Ihn sofort Unsicher machen. Geht man aus der Situation heraus, dann kann es normal weitergehen.



Auch macht Anton alles unsicher was er nicht komplett einsehen kann zb was seitlich oder hinter ihm passiert.

Ich bin mir dessen bewusst das es wahrlich nicht unbedingt traumhaft ist das hier zu lesen, aber letztlich bringt es auch nichts alles schön zu reden!

Auch ist uns bewusst das die momentanen Vermittlungschancen für Anton gering sind, aber gerade deshalb hab ich nun ein Tagebuch eröffnet um euch auf den Weg mit Anton teilhaben zu lassen.

Die positiven Dinge wie womöglich auch die nicht immer rosigen Dinge, möchte ich hier festhalten.

Vielleicht gibt es irgendwo Menschen für Anton, die mit Arbeit und Training Anton eine Chance geben.

Kein Hund wird aggressiv oder verhaltensauffällig geboren, niemals wird ein Hund von alleine aggressiv und zum „Beißer“, das andere Ende der Leine, sprich der Mensch, ist dafür verantwortlich was aus einem Tier wird! Und genauso trägt der Mensch alleine dafür die Verantwortung, wenn ein Hund irgendwann das „beißen“ als seine Verteidigung an sieht, weil er sich nicht mehr anders zur Wehr zu setzen zu weiß und das Vertrauen zum Menschen verloren hat.

Mag vielleicht hart klingen, aber dem ist so.

Denn Beißen ist erstmal nur ein natürlicher Instinkt des Hundes.

Dabei geht es in erster Linie nicht um Angriff oder Aggression. Es geht vor allem um die Selbstverteidigung.

Hunde beißen also nur zu, wenn sie sich bedroht fühlen und sie keinen anderen Ausweg haben.

Im Training ist momentan das oberste Ziel, Anton zu zeigen, dass die Ängste in den Situationen die er mit uns erlebt unbegründet sind.

Anton lässt sich auf das Training ein und lernt Alternativen kennen, die für ihn „bedrohliche Situationen“ verschwinden lassen sollen.

Das war’s erstmal zu Anton.
«Dass das Wort Tierschutz einmal erfunden werden musste, ist wohl eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Gesellschaft.»
Letzte Änderung: 23 Aug. 2023 19:57 von Tina.
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ANKE antwortete auf Anton

25 Aug. 2023 07:38
#2
Schön dass ihr Anton nicht einfach aufgebt 👍🏻
Er wird seinen Weg gehen und irgendwann ein normaler Hund werden 😘
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