Manchmal sind es genau die Hunde, deren Geschichte uns besonders tief berührt. Hunde, die einfach nur gesehen werden mussten, damit sich ihr Leben verändern kann.
So war es bei Miguelito.
Der gerade einmal ca. 1,5 Jahre junge Beagle-Mix hatte es bisher alles andere als leicht. Sein Leben führte ihn in ein Shelter in Spanien, ein Ort, mit dem dieser sensible kleine Kerl überhaupt nicht zurechtkam.
Der Lärm, die vielen Hunde, die ungewohnte Umgebung und der enorme Stress waren für Miguelito so schlimm, dass er begann, sich selbst zu verletzen. Er biss sich immer wieder in seine eigene Rute. So lange und so heftig, dass am Ende keine andere Möglichkeit mehr blieb: Seine Rute musste amputiert werden.
Als uns sein Hilferuf erreichte, konnten wir einfach nicht wegsehen.
Wir beschlossen, Miguelito aufzunehmen, damit er das Shelter schnellstmöglich verlassen konnte. Und tatsächlich durfte er bereits am nächsten Tag den Zwinger hinter sich lassen und in eine Pflegestelle in Spanien ziehen.
Was dann zum Vorschein kam, hat uns einmal mehr gezeigt, warum es sich lohnt, hinzusehen.
Denn hinter diesem traurigen Shelter-Schicksal steckt ein unglaublich lieber, ruhiger und besonders verschmuster Hund, der einfach nur wieder lernen möchte, dass die Welt auch ein schöner Ort sein kann.
Miguelito ist eher ein ruhiger Hund und kein Draufgänger. Mit anderen Hunden ist er bislang sehr gut verträglich. Wird er angebellt, zieht er sich lieber zurück, anstatt selbst nach vorne zu gehen. Streit sucht er definitiv nicht.
Im Haus ist Miguelito ein ausgesprochen angenehmer Begleiter. Er ist eher Stubenhocker als Abenteurer und genießt es, gemütlich dabei zu sein. Besonders schön: Der kleine Mann ist sehr verschmust. Hat er Vertrauen gefasst, genießt er seine Kuscheleinheiten und lässt sich nur zu gerne verwöhnen.
Und natürlich darf auch bei einem Beagle-Mix die Liebe zum Essen nicht fehlen. Miguelito ist super verfressen und findet alles Essbare höchst interessant. Müll sollte deshalb unbedingt außer Reichweite aufbewahrt werden. Auch Fliegen und Wespen findet er spannend und würde ihnen am liebsten hinterherjagen.
Alleine bleiben durfte er gemeinsam mit Peppi seinen Pflegebruder bereits mehrfach und das hat gut funktioniert.
Auch in Sachen Sauberkeit ist Miguelito ein kleiner Musterschüler: Er ist extrem stubenrein und erledigt sein großes Geschäft sogar außerhalb des Geländes. Bis auf gelegentliches Markieren löst er sich zuverlässig außerhalb.
Eine kleine Herausforderung bringt er allerdings mit: Miguelito ist ein kleiner Ausreißer. Deshalb muss seine neue Familie gerade in der Anfangszeit besonders gut auf ihn achten und ihm einen sicheren Rahmen bieten. Ein Ausbruch sicherer Garten ist unabdingbar.
Auch Autofahren hat auf kurzen Strecken bereits gut funktioniert.
Und dann gibt es diese kleinen Momente, die einem besonders ans Herz gehen.
In seiner ersten Nacht war Miguelito ganz ruhig. In einer späteren Nacht machte ihm seine Wunde an der amputierten Rute zu schaffen. Er wollte nicht alleine sein und suchte die Nähe. Ein paar Kuscheleinheiten später konnte der kleine Mann beruhigt weiterschlafen.
Vielleicht hat er genau das so lange vermisst: Sicherheit. Nähe. Menschen, die bleiben.
Jetzt fehlt ihm nur noch seine eigene Familie
Miguelito ist kein Hund, der die große Welt erobern möchte. Er möchte einfach ankommen.
Ein warmes Körbchen. Menschen, denen er vertrauen kann. Ein bisschen Geduld. Ganz viele Streicheleinheiten. Leckerchen. Und vor allem die Gewissheit, dass er diesmal nicht wieder verlassen wird.
Wir können uns Miguelito aufgrund seines ruhigen und unkomplizierten Wesens sehr gut als Bürohund vorstellen. Ein kleiner Kollege, der zufrieden unter dem Schreibtisch liegt, zwischendurch seine Streicheleinheiten abholt und sich von jedem gerne mit einem Leckerchen verwöhnen lässt.
Wir glauben, dass Miguelito auch für engagierte Hundeanfänger geeignet sein könnte, die ihm die nötige Sicherheit, Geduld und Führung geben.
Nach allem, was dieser kleine Kerl bereits durchmachen musste, wünschen wir uns für ihn jetzt nichts mehr als ein echtes Für-immer-Zuhause.
Ende September darf Miguelito aus Spanien ausreisen.
Und unser größter Wunsch wäre, dass er nicht noch einmal irgendwo zwischenstationieren muss.
Wir wünschen uns, dass er Ende September sein goldenes Ticket in den Pfoten hält und direkt in seine eigene Familie reisen darf.
Vom Shelterhund, der sich vor lauter Verzweiflung selbst verletzte, zu einem geliebten Familienmitglied, das endlich schlafen kann, ohne Angst haben zu müssen, was morgen kommt.
Miguelito hat sein Päckchen getragen. Jetzt ist es Zeit, dass sein Leben endlich richtig beginnt.
Hat dieser kleine Spanier euer Herz berührt?
Dann meldet euch gerne bei seiner Vermittlerin.
Vielleicht seid genau ihr die Menschen, auf die Miguelito die ganze Zeit gewartet hat.
