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Autor: Marion Weigel

Angefangen hat alles letztes Jahr. Da haben wir einen stark übergewichtigen Beagle – 32 Kilo –aus der Halter-Familie geholt (es handelte sich um eine Dauerpflegestelle).

Seitdem sind wir dazu übergegangen, gewisse Dinge engmaschiger und gründlicher zu überprüfen, was sich insbesondere auf zukünftige Vermittlungen auswirkt.

Seit einiger Zeit müssen Interessenten uns Bilder ihrer vorhandenen Hunde schicken, damit wir beurteilen können, wie ein frisch entlassener Laborhund es dort haben wird. Wer uns keine Bilder schickt, bei dem endet an dieser Stelle der weitere Vermittlungsablauf. Darüber kann man sich jetzt wieder aufregen, lohnt sich aber nicht. Ändern Sie die Voraussetzungen, dann klappt es auch mit einem Laborhund von uns.

Wir möchten wissen: Ist der in der Familie bereits lebende Hund ungepflegt (Krallen, Zähne)? Übersteigt (oder unterschreitet!) der vorhandene Hund einen bestimmten BMI? Zu dick ist dabei genauso schlecht wie zu dünn, es sei denn, es gibt eine klare, veterinärmedizinische Beurteilung gesundheitlicher Dispositionen.

In den letzten Wochen hatten wir viele Hunde zur Vermittlung, und wir haben auch viele nette Interessenten kennengelernt. Bei einigen davon ergab...

... die Fotoschau, dass rappeldürre oder adipöse Hunde in den Familien leben. Leider sahen die Halter das keineswegs so wie wir, weshalb wir natürlich keinen Laborhund dorthin vermitteln konnten. Unsere Beliebtheit hat das nicht gesteigert, aber wir holen diese Hunde nicht aus den Laboren, damit sie jemand bei sich zu Hause zugrunde richtet.

Ganz offen gesagt:

Wir erwarten von unseren zukünftigen Übernehmern, dass sie ihre Hunde gesund halten. Ein gewisses Maß an Bewegung ist dabei ebenso wichtig wie die richtige Einstellung zum klar vorhanden Fresstrieb eines Beagles/Labradors/x-beliebigen anderen Hundes.  Die Hunde sind zu dünn oder zu dick, weil DER MENSCH etwas nicht ganz korrekt einschätzt.

Bei einer gewissen Dispositon, gepaart mit Bewegungsmangel, Langeweile, Nervosität und fehlender Futterbegrenzung werden Hunde fett.

Zu dünn sind Hunde aus Mangelernährung und/oder erkrankungsbedingt. Und: Trauer und Depression ist auch bei Hunden möglich. Erkrankungsbedingt neigen Hunde auch zu Übergewicht, aber dennoch muss der Halter regulierend eingreifen: Wir haben keine Wölfe zu Hause.  Auf beiden Enden der Skala  - zu dünn oder zu dick - sind Zwangsstörungen möglich, wobei Hunde normalerweise nicht fressgestört* sind, wohl aber unter einer Fütterungsstörung leiden können. Verursacher: der Mensch.

 

Was passiert, wenn konsequent über die Bedürfnisse eines Tieres, das man angeblich gut betreut, sogar liebt, hinweggesehen wird, zeigt unser neuester Notfall.

Balooney (6, männlich, kastriert) wurde in Serbien auf der Straße aufgegriffen. Er wiegt über 39 Kilo, sein BMI kann in den handelsüblichen Skalen gar nicht erfasst werden. Er ist kurzatmig, kann weder richtig laufen noch liegen,  und ist in schlechter Verfassung, was kein Wunder ist. Außer der Adipositas hat er aber noch keine schwerwiegenden Erkrankungen (wobei eine abschließende Beurteilung, etwa durch Ultraschall, bei den dicken Fettschichten nicht möglich ist). Wir hoffen das Beste.

Er wird aktuell von dortigen Tierschützern betreut und versorgt und kann Ende des Monats ausreisen. Wir haben zum Glück die kompetenteste Pflegestelle für einen körperlichen Reset ÜBERHAUPT: Christiane wird Balooney wieder gesund machen. Wenn er ein vernünftiges Gewicht hat, kann er vermittelt werden.

Wenn er den Transport überlebt, hat er gute Chancen, innerhalb des nächsten Jahres - ja, so lange dauert das - wieder zu einem Hund zu werden, der artgerecht leben darf.

Bitte achten Sie auf Ihre Hunde! Sprechen Sie mit uns oder einem auf Hunde spezialisierten Ernährungsberater, wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Tiere nicht mehr richtig betreuen zu können! Wir helfen Ihnen gern, wirklich.

Achten Sie auch auf ANDERE Hunde! Die Tiere können nichts dafür, und die Halter sind oft blind für die Veränderungen.

Auf unserem Instagram werden wir weiter über Balooney berichten.

 

 

*PICA ist so eine Fressstörung, von der man aber idR nicht zunimmt, sondern früher oder später im OP landet.

 

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