Seminar: Umgang mit ängstlichen
Hunden
Kurz entschlossen
habe ich Grobi und mich Ende Februar zu einem Seminar
„Umgang mit ängstlichen Hunden“ angemeldet.
Mit viel Glück haben wir einen Nachrücker
– Platz bekommen und konnten teilnehmen. Das
Seminar fand in Bad Bramstedt bei der Hundeschule
„Hundeleben“ statt. Grobi sollte es eigentlich
schon kennen, da Monty und er dort im letzten Jahr
während unseres Urlaubs untergebracht waren.
Insgesamt 26 Personen haben
mit ihren Hunden teilgenommen. Grobi war das absolut
tolle Beispiel für einen ängstlichen Hund.
Aus dem Auto aussteigen ging ja noch. Die ersten Meter
auch noch. Aber dann hat er die ungewohnte Umgebung
und die vielen fremden Menschen und Hunde gesehen.
Ab da hatte ich über vierzig Kilo schiere Angst
an der Leine. Nur knapp haben wir es in den Seminarraum
geschafft. Über die Schwelle ging es mit Augen
zu und durchrennen bis zum Ende. Ein Glück, dass
dabei das Flipchart und der Beamer heil geblieben
sind! Es wurde auch gleich beschlossen, dass wir mit
ihm üben wollen! Bis zum Mittag hat Grobi es
durchgehalten stehen zu bleiben. Erst dann hat er
sich hingelegt.
Als erstes gab es geballten
theoretischen Input: Nicht nur methodisch –
didaktisch, sondern auch inhaltlich wurde das Seminar
auf einem sehr hohen Niveau durchgeführt. Die
Hauptthemenblöcke waren: Angst erkennen
und einordnen, Umgang mit Angst und Therapie. Was
sich so simpel anhört, ging sehr bald in die
Tiefen der Psychologie. Immer wieder unterbro-chen
durch praktische Beispiele, damit es eben nicht nur
graue Theorie bleibt.
Nachdem wir gelernt hatten,
welche Merkmale ein ängstlicher Hund zeigt (und
Grobi zeigte sie fast alle), durften wir anfangen,
mit ängstlichen Hunden zu arbeiten. Neben Grobi
waren dies Wolfi, Andi und Jona. Wolfi und Andi waren
Tierschutzhunde. Wolfi lebt auf dem „Kleiner
Gnadenhof“ und wurde aus einer ganz üblen
Haltung befreit. Über 200 Hunde lebten völlig
verwildert auf einem Grundstück in selbstgegrabenen
Erd-löchern. Andi kam aus dem Tierheim, über
sein Vorleben war nichts bekannt. Jona, ein Bearded
Collie, kam aus einer Familie und hatte seit der WM
Schussangst.
Wer wie ich fast nur mit Beaglen
zu tun hat, für den war es eine besondere Erfahrung
kennen zu lernen, wie andere Hunde sich ihrer Rasse
entsprechend benehmen. Und einen Satz habe ich ganz
fett in meinen Aufzeichnungen notiert: Der erste Schritt
– Ich bin jetzt da! Der Hund ist der Sozialpartner
des Menschen und als solcher bin ich für ihn
verantwortlich. Natürlich muss unterschieden
werden, wann ich die Angst bestärke und wann
ich mit dem Hund in seine Angst gehe. Aber –
Nähe ist wichtig!!
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Der zweite Tag war geprägt
von praktischen Übungen. Und bei Grobi zeigten
sich schon erste Änderungen. An diesem Tag stand
er nur kurze Zeit und legte sich dann auf seine Decke.
Seinen Po drapierte er allerdings immer auf der Decke
von Ella, einer braunen Hündin. Mit jedem wurde
individuell an seinem Problem gearbeitet. Die schreckhafte
Jona wurde langsam an Schüsse gewöhnt. Was
technisch allerdings nicht ganz einfach war, da es
die ganze Zeit geregnet hat und die Knallplätzchen
doch schnell nass wurden und sich ganz zaghaft meldeten.
Auch Andi ließ sich im Laufe der Zeit immer
leichter anleinen. Auch Grobi machte tapfer die Übungen
mit.
Und tatsächlich: Wir merken
immer noch, wie viel diese zwei Tage für uns
gebracht haben. Die Investition von Zeit und Geld
hat sich auf jeden Fall gelohnt und wir freuen uns
auf die nächsten Seminare!
Der
Link zum Veranstalter Canis Kynos