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Infos zur Vermittlung der Welpen

Als wir erfuhren, dass wir kurz vor Weihnachten 24 Welpen vermitteln dürfen, waren die Gefühle im Team ein wenig gemischt. Klar ist das toll, so junge Laborbeaglechen übernehmen zu dürfen. Vor allem für die Hunde, deren Zeit im Labor vielleicht keine perfekte Hundekindheit darstellt, aber das lässt sich nach- und aufholen. Und ablehnen werden wir sie selbstverständlich auf keinen Fall, sie würden sonst mit ihren tapsigen rosa Welpenpfoten vermutlich schnurstracks in die nächste Verwendung wandern und wären in diesem Fall schlichtweg weg. Wir machen es gern und fühlen uns geehrt, dass man uns gebeten hat. Und wem würden Welpen auch keinen Spaß machen!

Also freuen wir uns sehr und wappnen uns. Bei der ersten Ankündigung Anfang November auf der Facebook-Seite gab es in den ersten dreißig Minuten ebensoviele Anfragen, dann beruhigte sich die Lage wieder, und die Mutigsten unter den Interessenten griffen zum Hörer und nahmen Kontakt mit den Vermittlern auf. So wurden einige Hunde vermittelt, blind, ohne Foto. Tolle, informierte Leute, Respekt. Wir waren sehr erfreut! Dann erhielten wir die ersten Fotos. Manche der Hunde wurden in.... 

einem ängstlichen Moment abgelichtet, manche in einem sehr präsenten, einige wirken neugierig, andere eher nicht.

Es handelt sich bei vierundzwanzig Hunden logischerweise um mehrere Würfe. Auch Laborhund-Würfe beinhalten unterschiedliche Charaktere – wie beim Züchter auch: der eine ist ein Draufgänger und durch nichts zu beeindrucken. Der nächste ein Vorsichtiger, der dritte ist verspielt, der vierte verschmust und zärtlich, Nr. 5 ist ein lautes Raubein, Nr. 6 ist vielleicht sowieso der Zarteste und sitzt scheu und zurückhaltend in der Ecke. Vielleicht erwischt der ungeübte Fotograf, in der Regel ein normaler Tierpfleger, die Nr. 5 aber gerade in einem Moment, wo ihn sein Kumpel (oder die Hundemama, die ist ja auch noch irgendwo) ordentlich angeblafft hat. So. Und jetzt machen Sie mal eine verlässliche Aussage über den Charakter!

Wir verlassen uns auf das, was uns die Tierpfleger dieser Hunde sagen. Aber auch dies sind nur Einschätzungen, wenig mehr als Momentaufnahmen. Es ist nicht so wie beim Züchter, der seine Hunde über Wochen mit Liebe und großem Interesse beobachtet und dann einigermaßen Auskunft geben kann. Es ist aber auch längst nicht wie beim Vermehrer, den keiner der Hunde schert und der wahrscheinlich sonst was behauptet, Hauptsache, die Kasse stimmt.

Was Laborwelpen anders macht, ist, dass sie für einen bestimmten Zweck gezüchtet wurden. Sie haben eine Aufgabe zu erfüllen, die irgendwann beendet ist – bei manchen nach drei Monaten, bei manchen nach einem oder drei Jahren, bei den meisten niemals. Sie sind grundsätzlich nicht dafür vorgesehen, ein Familienhund zu werden.

Es widmet sich keiner einer besonderen Sozialisierung, das ist in einem Institutsalltag auch nicht umzusetzen. Die Tierpfleger tun ihr Möglichstes (das tun sie wirklich!), und niemand geht her und fügt knuddeligen, tapsigen Hundebabies unnötige Grausamkeiten zu. Die sorgfältige, stufenweise, breit gefächerte Sozialisierung, die der (gute!) Züchter leistet, ist beim Laborhund nicht möglich. Das ist Ihre Aufgabe, sofern Sie willens und in der Lage sind, einen Welpen bei sich aufzunehmen. Man kann fehlende Sozialisierung bis zu einem gewissen Grad nachholen, es bedarf aber sehr viel Geduld und einer überlegten Beschäftigung mit dem Hund. Es bedarf Wissen und Flexibiliät, und deshalb können vier Monate alte Laborbeagle nicht an jedermann vermittelt werden.

Wir vertrauen Ihnen mit dem Welpen einen vollständigen, gesunden, reinrassigen Beagle zu einem weitaus geringeren als dem marktüblichen Welpenkaufpreis an. Er hat keine besonderen Macken und auch keine Gebrechen, sonst würden wir ihn nicht bekommen. Er hat keine Papiere und keinen Herkunftsnachweis, sein Aufzucht- und Verwendungsort wird Ihnen nicht mitgeteilt, und schon gar nicht sein Verwendungszweck. Und: Sie können mit diesem Hund keinen Nachwuchs haben, niemals. Gehen Sie strikt davon aus, dass ihn niemand misshandelt hat, aber dass er ohne weiteres Zutun nicht sein restliches Leben in einer liebevollen Umgebung ohne wissenschaftliche Maßnahmen verbringen könnte.

Wir haben auch schon Welpen zurücknehmen müssen. Weil uns der Interessent nicht ganz die Wahrheit über sich, seine Umwelt und das Maß seiner eigenen Leidensfähigkeit und Geduld erzählt hat. Weil der Welpe plötzlich und unerwartet größer und älter wurde. Weil man sich das alles doch irgendwie nicht so zeitintensiv vorgestellt hatte. Gestehen Sie uns bitte zu, dass wir es bei Welpen-Interessenten sehr genau nehmen. Gönnerhafte Anfragen à la „ich würde euch ja einen abnehmen, aber kommt auf den Preis an“ können und wollen wir nicht berücksichtigen, mehr noch, wir wollen solche „Bewerbungen“ nicht mal haben.

Man muss sie uns nicht heldenhaft „abnehmen“. Das Problem ist eher, aus der Masse der Begeisterten diejenigen herauszufiltern, die es ernst meinen, ernst im Sinne von „für immer“. Denen man einen der kostbaren, reinrassigen, wunderschönen kleinen Beagle auch wirklich anvertrauen kann. Sehen Sie uns als einen seriösen, sorgfältig arbeitenden Verein (das tun die Institute auch, oder haben Sie sonst schon mal irgendwo 24 Laborwelpen auftauchen sehen?). Sehen Sie uns wie einen guten Züchter, der großen Wert auf die Sicherheit und das Wohlergehen seiner Hunde legt. Sehen Sie uns meinetwegen als pedantische Helikopter-Glucken. Aber verwechseln Sie die Laborbeaglehilfe, einen Verein, für den wir die Hand ins Feuer legen würden, bitte nicht mit den Leuten aus den Kleinanzeigen, die mit der Hauptsache-weg-Mentalität.

 

Die LBH ist ein gemeinnütziger Verein. Den meisten unserer Interessenten ist klar, dass die Schutzgebühr, also der Kaufpreis, lediglich eine Aufwandsentschädigung darstellt. Der Wert eines Welpen ist sehr viel höher, aber dennoch nur der Beginn einer endlosen Reihe von Kosten, die im Laufe eines Hundelebens anfallen.

 

Ein Welpe kostet bei uns 300 €.  Sehr wenig also. Eigentlich wirklich viel zu wenig! Die Schutzgebühren sind für jedermann auf der Homepage einsehbar: http://www.laborbeaglehilfe.de/index.php/entscheidung/vermittlungsablauf

 

Bitte verzeihen Sie uns, wenn wir nicht besonders erfreut reagieren, wenn jemand fragt, ob der Preis Verhandlungssache ist (dem ist nicht so). Wer sein Bewerbungsgespräch mit der Frage nach der Schutzgebühr eröffnet und womöglich noch anfügt, dass das ja doch ein ziemlich gesalzener Preis sei für einen Laborhund, der erwirbt sich ohnehin nicht direkt unsere Sympathie. Die Schutzgebühr ist notwendig, um unsere unmittelbaren Kosten zu decken – Fahrtkosten, Verwaltungskosten (Telefon, Website, Ausstattung, Papierkram). Sie ist nicht höher als anderswo im Tierschutz.

Zwei Fakten möchten wir hier beleuchten. 1.: nicht für jeden ist ein Beagle der richtige Hund.  2.: wo ein erwachsener Beagle gut aufgehoben sein kann, passt noch lange kein Welpe hin.

Da im Moment etliche Vermittlungen leider nicht zum gewünschten Ziel führen, verzeihen Sie uns bitte diese längere Erläuterung.

Vermittlungsarbeit kostet enorm viel Zeit und persönlichen Aufwand. Es ist bedauerlich, wenn man nach acht Mails und drei endlosen Telefonaten am Ende doch nicht zusammenkommt, weil zu große Vorbehalte bestehen. Dem lässt sich nur durch ganz viel Information entgegensteuern. Unsere Bitte daher lautet: informieren Sie sich. Nehmen Sie sich an diesem Novembertag ein, zwei gemütliche Stunden und lesen Sie, was wir Ihnen nahebringen möchten.

Wir haben im Moment sehr viele Hunde zu vermitteln.  Mancherorts kommt dadurch offenbar der Verdacht auf,  wir müssten die Hunde schnellstmöglich loswerden und seien daher gewillt, auch große Kompromisse hinsichtlich unserer Vermittlungskriterien in Kauf zu nehmen.

Dem ist nicht so.  Indem wir von einem Institut 24 Welpen übernehmen, gehen wir eine große Verantwortung und ein großes Risiko ein – wir müssen sie zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo unterbringen, und die Unterbringung muss GUT sein, mit Kompromissen ist es nicht getan. Und wir müssen auch für all diese Hunde sorgen – ihr Leben lang, zumindest, was Rat und Hilfe anbelangt, denn dies ist einer unserer Grundsätze. Praktisch heißt das: wenn der Welpe, den wir Ihnen im Dezember 2017 bringen, dereinst im Jahre 2027 aus irgendwelchen Gründen wieder bei Ihnen ausziehen muss, dann müssen WIR (oder unser rechtlicher Nachfolger) uns darum kümmern, dass es ihm auch weiterhin gutgeht.

Vielen Interessenten scheint nicht klar zu sein, um was es uns geht.  Bei Welpen scheint der Tierschutzgedanke nur aufzukommen, wenn sie aus Transporten im Ost-West-Verkehr geborgen werden. Mancher Anrufer scheint bei der Überschrift „24 Welpen!!“ den Eindruck gewonnen zu haben, wir hätten einen Schwung Sonderposten erworben, die es nun möglichst rasch zu verticken gilt.  Wir sind aber keine Gebrauchtwagen- oder Möbelhändler, die schnell wieder Lagerkapazitäten schaffen müssen.

Wenn diese Welpen nicht sofort vermittelt werden, ist das zwar logistisch ein bisschen schwieriger und teurer, aber wir schaffen das schon.  Dann werden die jungen Hunde eben den Jahreswechsel in Pflegestellen, viele davon teameigene,  verbringen.  Wir müssen sie nicht um jeden Preis vor Weihnachten noch loswerden wie vom MHD bedrohtes Weihnachtsgebäck und schlappmachende Christbaume, und ganz sicher werden sie auch nach Weihnachten nicht billiger.

Dies ist nun doch eine lange Aufzählung.  Aber nach 2 Wochen vieler, vieler Mails und Telefonate ist es nötig, noch einmal etwas zu verdeutlichen. Klartext zu reden, ist uns bereits bei den ersten Telefonaten mit Ihnen ganz wichtig. Es hilft keiner der beiden Parteien, wenn man blumig um den heißen Brei herumredet – Punkte, die Fragen aufwerfen und zu Problemen führen könnten, müssen angesprochen werden.

Deshalb sind manche Gespräche unerwartet kurz. Manche Interessenten rufen dann einfach die nächste Vermittlerin an und wandeln, nun geschult, ihre Aussagen zu Haus, Hof, Lebensumständen und Motivation ein wenig ab. Leider ist es im Endeffekt nicht sehr nützlich. Bitte verstehen Sie uns: wir haben gegenüber diesen Hunden, die nichts von der Welt wissen, sowie gegenüber den Instituten und nicht zuletzt unseren Förderern eine Garantenstellung. Es hilft nicht, wenn die Hälfte der Vermittlungen am Ende scheitert oder aus einem grundsätzlich offenen Hund und seinen neuen Menschen nach drei Wochen eine Reihe Nervenbündel geworden sind.

Einen Beaglewelpen zu sehen, weckt vielerorts umgehend einen starken Haben-Wollen-Effekt. Das Kindchenschema, ein raffinierter psychologischer Kunstgriff der Evolution, funktioniert hundert Pro: der Beschützerinstinkt erwacht. Deswegen klappt das bei den Vermehrern und Hundemärkten auch so gut – auf runde Gesichtchen, riesige Ohren und Pfoten und Kulleraugen nicht reinzufallen, ist schwer. Übrigens sind es überwiegend Frauen, die auf diese Weise einen Hund kaufen. Spontankäufe sind seit jeher ein Problem. Ganz fatale Sache!

Die erste Maßnahme, die wir empfehlen können, ist: lesen Sie. Alles über Beagle und vor allem LABORbeagle, was Sie finden können, und lesen Sie es kritisch.  Lesen Sie vorzugsweise Sachen von Leuten, die sich mit Beagles wirklich auskennen. Vertrauen Sie weniger auf Einzelfälle in diversen Foren und den üblichen Netzwerken, investieren Sie lieber gleich in fundierte Informationen. Vergleichen Sie gern auch die anderen Organisationen. Lassen Sie sich erzählen, wie es sein könnte, nicht nur mit dem Laborhund, sondern erst mal mit dem Beagle. Und glauben Sie es. Wir wollen Ihnen den Welpen nicht aus- oder schlechtreden, wir wollen ihn ja vermitteln. Aber schon lieber so, wie es nach zehn Jahren Erfahrung (auch im Welpenvermitteln) für dieses Tier am besten ist.

Von unseren Interessenten wünschen wir uns Offenheit, Vertrauen und Geduld. Zudem ist eine gewisse Toleranz nötig, um mit einem Beagle glücklich werden zu können. Die Bereitschaft zu womöglich tausendfacher Wiederholung und ein Hang zu Nonperfektionismus und Kreativität ist hilfreich.

Wenn Sie jetzt noch sagen: mir egal, ich will aber den Welpen und kann das auch, dann ist das völlig in Ordnung und wir werden Sie sehr herzlich begrüßen. Allen anderen helfen wir aber trotzdem sehr gern bei der Wahl des richtigen Haustieres weiter :)

Kontakt

Laborbeaglehilfe e.V.

Geschäftsstelle
Gabriele Suhr
Uhlandstraße 4
D - 49326 Melle

Ihre Ansprechpartner

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Laborbeaglehilfe e.V.
Kontonummer  522839
Bankleitzahl 540 502 20
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