Als die ersten Fotos der drei Marshall-Beagle-Damen Emilia, Emma und Erna bei uns eintrafen, war uns sofort klar, dass sich viele Interessenten für die extrem hübschen Hunde melden würden.

Mit den über 50 Anfragen, die dann kamen - die meisten für die kleine Emilia - hatten wir dann aber doch nicht gerechnet! Hinzu kamen die unzähligen Posts und Mails über Facebook, die zwar nicht stets in eine konkrete Bewerbung münden, dennoch aber gesichtet und bearbeitet werden wollen.

Da bei aller Euphorie die Vermittlungskriterien unbedingt berücksichtigt werden müssen, reduzierte sich die Liste der potentiellen Marshall-Hündin-Neubesitzer in verschiedener Hinsicht dann jedoch. 

Nun ist es so, dass leider nur drei Hunde dieser Art da sind. Somit haben leider nur drei Familien....

 

....die Möglichkeit, eine der kleinen Marshalls zu übernehmen.

Viele der anderen Interessenten sind darüber berechtigterweise unglücklich, traurig, erbost, ratlos und fragen sich, woran es denn gelegen hat - wieso kriegt jetzt der und der den Hund, aber ich nicht?!

 

Es geht nicht darum, der Vermittlerin die vermeintlich richtigen Antworten auf ihre Fragenliste zu geben, es geht auch nicht (nur) um Sympathie; weder die Herkunft, 5ünoch die sozialen Umstände, noch das Bankkonto geben den Ausschlag. Es geht um das Gesamtbild, das natürlich in zwei Telefonaten nur unzureichend dargestellt werden kann. Es geht um Fingerspitzengefühl und um das Lesen zwischen den Zeilen. Hundevermittlung ist einer der schwersten Jobs überhaupt, und wenn es um drei Hunde und 50 Bewerber geht, ergibt sich leider die unangenehme Aufgabe, 47 mal ablehnend zu entscheiden. Bitte nehmen Sie es nicht persönlich, und bitte nehmen Sie es uns nicht übel.

Viele der lieben Menschen, die sich für Emilia, Emma oder Erna interessierten, haben sich am Ende auf unsere Interessenten-Liste setzen lassen, was uns natürlich sehr freut. Manchmal gibt es Hunde, die aber für die jeweiligen Anrufer nicht die Richtigen sind. Dann empfehlen wir, noch ein wenig Geduld zu haben, der passende Hund "für Sie" kommt noch. Meist dauert das gar nicht so lange! Und wenn er dann da ist, melden wir uns direkt. In fast allen Fällen ist diese Vorgehensweise erfolgreich. Jede "Besserwisserei" liegt uns fern, auch wenn es Manchem, der sich für einen bestimmten Hund bewirbt und der dann gesagt bekommt, dieser Hund sei nichts für ihn, so vorkommen mag ;-)

 

Wir bedanken uns von Herzen bei Ihnen allen und bitten Sie, Ihre Enttäuschung zu überwinden und uns gewogen zu bleiben.

Die drei Herzensbrecherinnen werden in diesen Tagen umziehen. Alle drei wurden an Menschen vermittelt, die wir bereits kennen, da in ihren Familien bereits Hunde von uns gewohnt haben - sei es als Pflegestelle, sei es als Hundebesitzer.

Diese Konstellation lag nicht in unserer Absicht und ist auch niemals Bedingung für eine erfolgreiche Vermittlung, aber erfreulich ist es doch!  Wir wünschen den Hunden und ihren Zweibeinern alles Gute und hoffen sehr, dass den drei kleinen Marshalls schnellstens noch viele weitere folgen mögen.

 

Deshalb haben wir fast sofort erneut in dem abgebenden Institut angerufen und nachgefragt, ob es noch mehr von diesen entzückenden Hunden gäbe, die einer baldigen Entlassung entgegensähen.....?

Aber nein, es gibt bedauerlicherweise derzeit nur diese drei.

Sehr schade! Nun geht es aber nicht darum, möglichst viele von den besonders niedlichen kleinen Hundemädchen zu bekommen, sondern darum, möglichst vielen Laborbeagle ein Leben "danach" zu ermöglichen, egal, ob sie hübsch, weniger hübsch oder vielleicht auch nicht ganz so hübsch sind (oder, wie eine Kollegin vor Jahren einmal sagte: "einen häßlichen Beagle gibt es gar nicht").

Das derzeitige große Interesse - auch dem kurzen, aber schönen Beitrag in der WDR-Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" geschuldet! - hat der LBH-Vorstand zum Anlass genommen, offensiv die Institute, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten, aber auch solche, mit denen wir bisher eher weniger zu tun hatten, anzusprechen und um Hunde zu bitten. Wir hoffen, dass die zuständigen Menschen ihre Bestände überprüfen und den ersehnten Entschluss fassen :-)

 

"Glücklicherweise" gibt es bei allen Interessenten ja auch immer ein paar Kandidaten, die sich durch bestimmte Aussagen gleich selbst disqualifizieren.

Wir geben unsere Hunde nicht um jeden Preis ab - weder die kleine niedlichen, noch die womöglich etwas älteren,  die schwierigen, nicht die aus zweiter Hand und schon gar nicht die gehandicapten Hunde.

Wir erlauben uns, Fragen zu stellen und Gegebenheiten zu überprüfen. Wir erwarten Aufgeschlossenheit, Geduld, Flexibilität und Ehrlichkeit zusätzlich zu einem gewissen Verständnis für frisch entlassenen Labortiere.

Unsere Hunde sind keine Ware, die "weg" muss, man muss sie uns nicht "abnehmen": wir werden sie auch so "los".

 Unsere Vermittlerinnen haben jahrelange Erfahrung in dem, was sie tun, und sind in der Lage, zwischen den (gesprochenen) Zeilen zu lesen ;-)

Auch die klare Ansage, man werde sich im Falle eines ablehnenden Bescheids dann eben bei "der Konkurrenz" umschauen, verbessert die Position des Interessenten nicht zwingend - wir sind kein Wirtschaftsunternehmen, dass sich im Wettbewerb mit den anderen Laborbeagle-Organisationen messen muss, sondern ein gemeinnütziger Verein, dem vor allem das Wohl der uns anvertrauten Hunde am Herzen liegt.

Genaugenommen ist dies das einzige, was für uns zählt. Wir sind recht sicher, dass die anderen Vereine, die sich mit der Vermittlung von Labortieren beschäftigen, das genauso sehen ;-)

 

P.S.: Wir würden gern Ihre Ansichten und Erfahrungen zum Thema "Vermittlungsablauf" kennenlernen! Bitte diskutieren Sie mit uns, hier im Forum oder z.B. auf Facebook :-)