Karls Einstand beim Tierarzt
- in diesem Fall Tierärztin
von Iris Alberts
Keine Sorge:
Karlchen ist topfit. Während er hier Pflegehund
war, musste ich mit Sally zur Tierärztin und
hielt es für eine gute Idee, Karlchen mitzunehmen.
Meine Tierärztin unterstützt ganz ausdrücklich
die Vermittlung von Laborhunden in Familien und ich
wollte ihr gern dieses unerschrockene Exemplar von
Laborhund vorführen.
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| Die
Unschuld in Person: Karlchen |
Wie mussten
nur ein paar Minuten warten und gingen dann in den
Behand-lungsraum. Während Sally schicksal-ergeben
auf dem Behandlungstisch stand, fand Karlchen die
Gerüche, die er vernahm, recht spektakuär
und zerrte an der Leine. Ich versuchte, ihn zur Ordnung
zu rufen, was die Tierärztin für völlig
deplaziert hielt (schließlich war er eben erst
aus dem Labor gekommen). Stattdessen schlug sie vor,
ihn abzu-leinen. Na gut, sie wollte es so.
Karl inspizierte den Raum gründlich, drückte
sich an den Möbeln entlang und ich ahnte bereits,
was er plante. Prompt markierte er den Fuß des
Behand-lungstisches. Ich gestehe, es war mir
einen Moment lang unangenehm. Die Ärztin und
ihr Team fanden es eher lustig und ließen es
sich nicht nehmen, die Pfütze zu entfernen. Die
Tierärztin sagte, das sei doch alles wunderbar,
nun habe er markiert und nun sei es gut. Da kannte
sie Karlchen nicht. Er zog umgehend los und suchte
die zweite interessant duftende Stelle.
Wie beim ersten Mal wurde wieder gewischt und noch
immer waren alle außer mir belustigt. Dann erzählte
eine Tierarzthelferin, das sei ja gar nichts, ich
hätte erleben sollen, wie ein Kater ein paar
Tage zuvor die Ärztin von oben bis unten bepinkelt
hätte und hatte erkennbar Spaß bei der
Erinnerung daran. Sie war noch nicht ganz fertig mit
ihrer Schilderung, als Karlchen sich von hinten angepirscht
hatte und nun ihre Jeans markierte.
Das wiederum
fand die Ärzin sehr lustig und befand, ich hätte
mit diesem Hündchen ihren Tag gerettet, sie hätte
bislang noch nichts zu lachen gehabt.
Entschuldigungen
murmeld und ganz knapp vor der Sprachlosigkeit verließ
ich die Praxis.
Seit ein
paar Tagen ist klar, dass Karlchen hier bleibt. Seit
er das weiß, macht er auf wohlerzogen. Gestern
war ich wieder mit ihm bei der Ärztin; er hat
sich tadellos benommen und hat gute Chancen, zum Liebling
der Praxis zu werden.