Bolle, Othello, Murphy -
neuer Name, neues Leben
Kathrin Grupe
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| Bolle
in Hamburg |
Die Vermittlung
von Laborbeaglen in die richtige Familie ist manchmal
trotz aller gut durchdachten Vermittlungskriterien
schwierig.
Wie in der Vermittlung von Othello. Im ersten Moment
war augenscheinlich alles perfekt: die Familie, die
Othello bei sich aufnehmen wollte, hat ein Einfamilienhaus
mit grossem Garten, ein Kind, 14 Jahre alt, die Mutter
ist teilzeit beschäftigt..
Jeder denkt, na das ist doch klasse, so möchte
jeder Hund gerne wohnen!
Die Familie versicherte uns in mehreren Gesprächen,
dass sie es sich gut überlegt hätten und
dass alle Fragen geklärt sind. Die Vorbereitungen
waren abgeschlossen und jetzt warteten sie gespannt
und voller Vor-freude auf den für sie
bestimmten Hund. Ein Rüde, 1 Jahr alt, der zu
der Zeit noch Bolle genannt wurde und seit kurzem
bei den Dieckmans in vorübergehender Pflege lebte.
Dort war er anfangs sehr ängstlich und hat die
ersten 2 Tage im Garten hinter dem Komposthaufen gesessen
und sich nicht raus getraut.
In den folgenden 2 Wochen hat er sich dann aber zu
einem aufgeweckten kleinen Kerlchen entwickelt, so
dass einer Vermittlung nichts im Wege stand.
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| Othello
in Warendorf |
Wir brachten
ihn dann am 01.07.2007 zu der Familie, in der er sich
nach anfänglicher Schüchternheit begann,
das Haus zu inspizieren und vorsichtig Kontakt zu
den neuen Menschen aufnehm. Mit einem guten Gefühl
verabschiedeten wir uns von der Familie und von Bolle,
der ab sofort Othello hieß und wünschten
ihm alles Glück dieser Welt für sein neues
Leben.
Nachdem wir in der Regel in den ersten Tagen nach
der Vermittlung ein Feedback der neuen Besitzer bekommen,
wunderten wir uns, dass sich die Familie bis Freitag
noch nicht bei einem von uns gemeldet hatte. Da beschloss
ich, einfach mal anzurufen um zu fragen, wie es so
mit Othello läuft.
In diesem Gespräch erzählte mir das neue
Frauchen, dass mit Othello alles bestens sei, er macht
nichts kaputt, ist so gut wie stubenrein, zieht nicht
an der Leine, frisst sein Trockenfutter ohne Probleme
und ist schon viel zutraulicher geworden als noch
am ersten Tag. In den ersten 2 Tagen war es wohl mit
dem Sohn der Familie zu kurzen Problemen gekommen,
weil er sich überfordert fühlte und nicht
wusste, wie er das alles schaffen soll, wenn die Schule
wieder losgeht. Aber das hatten die Eltern mit ihm
in Ruhe besprochen und das sei aus der Welt geschafft,
versicherte sie mir.
Natürlich hatte sie auch noch ein paar Fragen,
die erst im täglichen Leben aufgekommen sind,
und die habe ich ihr so gut wie möglich beantwortet.
Als wir uns verabschiedeten, war sie zuversichtlich,
dass alles gut wird und hatte sich auch schon nach
einer privaten Hundetrainerin umgeschaut, damit sie
nichts falsch macht.
Mit einem relativ guten Gefühl und dem Angebot,
sie könne sich jederzeit gerne an mich oder ein
anderes Teammitglied wenden, wenn sie Fragen oder
Probleme hat, verab-schiedete ich mich ins
Wochenende.
Und dann kam alles ganz anders.
Am Sonntag morgen um 8 Uhr klingelte dann bei mir
das Telefon und Othellos Frauchen war dran. Sie sagte,
sie hätten in der letzten Nacht von 3 Uhr an
alle zusammen im Bett gesessen und geweint, weil sie
der Meinung sind, dass sie Othello nicht gerecht werden.
Ich versuchte, herauszufinden, wo das Problem liegt,
was ihr Plan ist und wie wir ihnen helfen können.
(Es ist mir bis heute nicht ganz klar, was ganz genau
das Problem war, aber ich denke nicht, dass die Familie
die Entscheidung leichtfertig getroffen hat. Das erkennt
man auch daran, dass sie sich nach seinem Auszug schon
mehrfach nach seinem Befinden erkundigt haben.) Fakt
war, Othello konnte nicht dort bleiben!!!
Dann habe ich kurzer Hand Interessenten aus Bochum
angerufen und gefragt, ob sie schon sehr kurzfristig
Othello übernehmen können, was auch kein
Problem war.
Also bin ich am Montag nach Warendorf gefahren und
habe den Kleinen da wieder abgeholt. Die Familie hat
sich von ihm verabschiedet und ich bin losgefahren.
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| Murphy
in Bochum |
Nach nicht
mal einer Stunde Fahrzeit sind wir dann in Bochum
angekommen und Othello ist ganz interessiert aus der
Box gesprungen und hat sich erstmal umgeschaut. Die
neue Familie wohnt in einer schönen Mietwohnung
in der ersten Etage. Das neue Frauchen arbeitet nur
15 Std. in der Woche und dann ist der Mann zuhause.
Sie haben schon Hunde-erfahrung und in der
Familie bereits einen Laborbeagle. Sie sind sehr vorsichtig
auf Othello (jetzt Murphy) zugegangen und das Eis
war sofort gebrochen.
Nach der ersten Nacht im nun
hoffentlich endgültigen Zuhause hat das neue
Frauchen mich angerufen um zu sagen, dass er sich
gut macht und dass in der Nacht nur das Kauen auf
dem Schweineohr vom Nachmittag zu hören war.
Er ist bis jetzt stubenrein und hat sich schon einen
festen Platz auf dem Sofa gesichert.
Wir alle - und ganz besonders ich - hoffen, dass (Bolle,
Othello, Murphy) jetzt sein end-gültiges Zuhause
gefunden hat und dort noch viele schöne Jahre
mit der neuen Familie verbringt.
Alles Gute, Kleiner!