Klare Ansagen
Zu wissen,
wie Hunde kommunizieren, hilft uns, sie zu verstehen.
Da Kommunikation keine Einbahnstraße ist, müssen
Hunde auch lernen, Menschen zu verstehen, damit das
Miteinander reibungslos funktioniert.
Die Mensch-Hund
Kommunikation kann über akustische, optische
und taktile Signale erfolgen. Im eigenen Interesse
sollten wir uns bemühen, dem Hund das Lernen
so einfach wie möglich zu machen. Ein wichtiger
Aspekt sind klare Kommandos.
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| aufmerksame
Hunde |
Effektives
Lernen setzt Aufmerksamkeit voraus. Der Hund sollte
also zunächst bereit sein, uns Aufmerksamkeit
zu schenken. Sobald er seinen Namen kennt, haben wir
eine gute Möglichkeit, ihn auf uns aufmerksam
zu machen.
Kein Hund
weiß "von Natur aus", was wir meinen,
wenn wir "NEIN" sagen, er hat nicht den
leisesten Schimmer, was "KOMM" bedeutet,
"SITZ", "PLATZ" und "AUS"
sagen ihm ebenso wenig.
Das Verhalten, das wir
mit den o.g. Kommandos auslösen möchten,
zeigt der Hund freiwillig - nicht unbedingt dann,
wenn er dazu aufgefordert wird. Wer seinen Hund dabei
beobachtet, wie er sich setzt, kann in diesem Moment
"SITZ" sagen und den Hund belohnen.
Es braucht
ein paar Wiederholungen, bis die Handlung mit dem
Begriff verknüpft ist. Sinnvollerweise sollten
Kommandos auch optisch unterstützt werden mit
entsprechenden Handzeichen. Die Begriffe, die Sie
wählen, sind völlig beliebig. Statt "SITZ"
können Sie auch "SAHNETORTE" sagen,
dem Hund ist das egal. Wenn Sie sich Kommandobegriffe
aussuchen, achten Sie darauf, dass sie nicht zu ähnlich
klingen. Hunde haben zwar ein gutes Gehör, aber
nicht unbedingt für die Feinheiten der menschlichen
Sprache. "NEIN" und "FEIN" zu
benutzen, kann schon mal zu unerwünschten Ergebnissen
führen. Auch sollten Sie auf Begriffe verzichten,
die sehr häufig in anderen Zusammenhängen
auftauchen. Viele Hundetrainer arbeiten deshalb mit
englischen Kommandos.
Zumindest
in der Lernphase macht es Sinn, das Befolgen von Kommandos
mit Lob und Leckerchen zu belohnen. Sie gehen schließlich
auch nicht umsonst arbeiten! Damit das Lob die gewünschte
Wirkung hat, muss das Timing stimmen. Wenn Sie Ihren
Hund aus größerer Entferung heranrufen,
werden Sie zunächst seinen Namen rufen. Sobald
er den Kopf in Ihre Richtung bewegt, ist das erste
"FEIN" fällig. Ein Hund, der gelernt
hat, dass auf "FEIN" das Leckerchen folgt,
wird sich promt in Bewegung setzen, um es abzuholen.
Dabei ist zu beachten, dass immer der Hund zum Leckerchen
kommt und nicht umgekehrt!
Erste Erfolge
werden sich schnell einstellen. Aber: eine Übung
braucht ungefähr 5000 Wiederholungen, bis sie
sicher sitzt. Und: jede Übung muss generalisiert
werden. Wenn Sie das "PLATZ" stets im Wohnzimmer
auf dem roten Teppich geübt haben, während
die Vormittagssonne durchs Fenster schien und im Radio
der Verkehrsfunk lief, wird der Hund sich nachts beim
Spziergang nicht unbedingt hinlegen, wenn Sie ihm
das Kommando geben. Üben Sie alle Kommandos unter
ständig wechselnden Bedingungen, später
auch unter Ablenkung.
Lassen
Sie dem Hund Zeit beim Lernen und fordern Sie nur
Dinge von ihm, die er kann. Verzichten Sie auch auf
Kommandos, wenn Sie sicher davon ausgehen können,
dass sie nicht befolgt werden. Wenn Sie wissen, dass
Ihr Hund sich (noch) nicht aus dem Spiel mit anderen
Hunden abrufen lässt, macht es keinen Sinn, ständig
"HIER" zu rufen. Bei der neunten Wiederholung
wird Ihr Tonfall allmählich hysterisch - und
der Hund spielt weiter. Und er lernt dabei, dass es
egal ist, ob er kommt oder nicht. Wenn Sie in einer
solchen Situation möchten, dass der Hund zu Ihnen
kommt, holen Sie ihn ab, leinen Sie ihn an und gehen
Sie einfach weiter.
Sind Sie
ein höflicher Mensch? Das wird andere Menschen
freuen, Ihrem Hund ist es egal. Mit einem "Bruno,
ich würde mich sehr freuen, wenn Du Dich mal
kurz hinlegen würdest" kann er nichts anfangen.
Auch ein Vortrag wie dieser: "Bruno, ich hatte
einen anstrengenden Tag und was sehe ich hier? Du
hast schon wieder den Müll geplündert, obwohl
ich Dir schon 375 Mal erklärt habe, dass ich
das nicht wünsche. Ich bin jetzt echt frustriert."
wird ihm nichs sagen. Er versteht jeweils: "
Bruno, bla bla bla bla" und hat keine Ahnung,
was Sie von ihm wollen.